1. Startseite
  2. Politik

Neue Debatte über Afghanistan: Es gibt nichts zu verhandeln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Deutschländer

Kommentare

Portraitbild von Christian Deutschländer
Kommentiert die aktuelle Situation in Afghanistan: Merkur-Politikredakteur Christian Deutschländer. © Marcus Schlaf

Nachdem die Westmächte abgezogen sind, entsteht in Afghanistan ein neuer Nährboden für Extremismus und Terror, kommentiert Christian Deutschländer.

Afghanistan ist verloren. Dieser harten Erkenntnis muss sich auch die deutsche Politik stellen. Das heißt: Bitte nicht die Standardfloskeln von der diplomatischen Lösung. Mit den Taliban, für die Gewalt und Brutalität sinnstiftend und westliche Werte vernichtenswert sind, lässt sich nicht verhandeln. Zumal der Westen nach seinem militärischen Scheitern eh in einer üblen Verhandlungsposition mit den vorrückenden Extremisten wäre.

Afghanistan: Konflikt wäre nur mit massiver Militärmacht einzudämmen

CDU-Mann Norbert Röttgen hat Recht, dass dieser Konflikt nur mit massiver Militärmacht einzudämmen wäre. Er irrt aber, falls er glaubt, die Deutschen wären dazu bereit. Zwei Jahrzehnte lang stand die Mehrheit der Bürger dem Einsatz am Hindukusch achselzuckend bis ablehnend gegenüber, obwohl auf Zeit damit auch viel Gutes im Norden bewirkt wurde. Einen internationalen Einsatz ohne die abrückenden USA zu stemmen, hieße, ein Mehrfaches des bisherigen Personals in einen Kampfeinsatz zu entsenden. Dafür sind keine gesellschaftlichen und keine parlamentarischen Mehrheiten da.

Vielleicht lassen sich kleine Teile des Landes retten, vielleicht können die traurigen afghanischen Streitkräfte Kabul noch ein bisschen halten. Deutschland sollte sich auf die harte Realität vorbereiten: In Afghanistan entsteht ein neuer Nährboden für Extremismus und Terror; und vor allem kommen neue Flüchtlingsströme nach Europa. (cd)

Auch interessant

Kommentare