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Ai Weiwei in seinem Berliner Atelier. 

Künstler rudert nach Kritik zurück

Ai Weiwei relativiert Äußerungen - „Nicht für Regime“

Berlin - Der ausgereiste chinesische Künstler Ai Weiwei hat seine umstrittenen Äußerungen zur Verhaftung unschuldiger Menschen in China relativiert.

„Ich will nicht so verstanden werden, dass ich für das Regime spreche“, sagte der 58-Jährige am Mittwoch in einer Podiumsdiskussion mit dem chinesischen Exilautor Liao Yiwu (57) in der Berliner Philharmonie.

Ai Weiwei hatte laut einem Interview der „Zeit“ gesagt, ein oder zwei Menschen zu verhaften, sei „keine große Sache“. In den sozialen Medien war ihm deshalb ein Kurswechsel vorgeworfen worden. Er habe seine Äußerungen vor einem historischen Hintergrund gemacht, sagte er. So habe es Zeiten in der chinesischen Geschichte gegeben, wo Millionen von Leuten verhaftet und vernichtet worden seien. Heute gebe es zumindest formal ein Justizsystem, auch wenn von einem Rechtsstaat nicht die Rede sein könne.

Der Künstler und Regimekritiker war selbst von den Behörden in Peking 81 Tage verschleppt worden. Danach wurde ihm vier Jahre der Pass vorenthalten, ehe er vor einigen Wochen ausreisen durfte. Liao Yiwu, Autor von Büchern wie „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ war bereits 2011 über Vietnam nach Deutschland geflohen. Das Gespräch der beiden fand im Vorfeld des Internationalen Literaturfestivals Berlin statt.

dpa

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