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Agraministerin Ilse Aigner.

Kein Preis zum Freuen

Ilse Aigner ist „Dinosaurier des Jahres“

Berlin - Der Naturschutzverband Deutschland (NABU) hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) den „Dinosaurier des Jahres“ 2012 verliehen.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner bekommt den „Dinosaurier des Jahres 2012“ verliehen. Die CSU-Politikerin hat sich nach Ansicht des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) zu wenig für den Umweltschutz eingesetzt. NABU-Präsident Olaf Tschimpke warf der 48-Jährigen am Donnerstag eine „rückwärtsgewandte Klientelpolitik“ vor. Das Landwirtschaftsministerium reagierte wenig erfreut auf die Auszeichnung und unterstellte dem NABU, er setze auf billige PR-Gags.

Mit der 2,6 Kilogramm schweren, aus Zinn gegossenen Nachbildung eines Sauriers brandmarken die Naturschützer seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Umweltsünder. Tschimpke sagte, in diesem Jahr habe es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Aigner und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler gegeben, der auch FDP-Chef ist. Aigner ist die erste Frau, die den Dinosaurier bekommt.

Tschimpke warf ihr vor, sie halte an einer umweltschädlichen Agrarpolitik fest. Bei der Ministerin fänden nur die Agrarindustrie und der Bauernverband mit ihren Wünschen Gehör. „Steuergelder müssen an konkrete Leistungen in Natur- und Umweltschutz geknüpft werden, forderte der NABU-Präsident. Wenn Aigner weiter die Vorschläge der EU-Kommission für eine naturverträglichere Landwirtschaft ausbremse, sei sie mitverantwortlich für den fortschreitenden Artenverlust.

Kritik musste die CSU-Politikerin auch für ihre angeblich passive Rolle bei der Umsetzung der Reform der EU-Fischereipolitik einstecken. In Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee zerstörten Grundschleppnetze die empfindlichen Lebensgemeinschaften am Meeresboden. “Jahr für Jahr sterben zehntausende Seevögel und Schweinswale als ungewollter Beifang in den Stellnetzen„, kritisierte Tschimpke.

Im Bereich Tierschutz setze sich die Ministerin weder für die Abschaffung von Brandzeichen bei Pferden noch für das rasche Verbot der Kastration von Ferkeln ohne Betäubung ein. Hinzu komme, dass sie die Neugestaltung eines umweltverträglichen Jagdrechts blockiere, bemängelte der NABU-Präsident.

Agrarministerium kontert mit “blinde Nuss des Jahres„

Der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Holger Eichele, kritisierte, dem NABU müsse die “blinde Nuss des Jahres„ verliehen werden, weil er die Augen vor der Wirklichkeit verschließe. So bekomme ab 2014 ein Bauer in Deutschland, der nur Tiere halte und nicht gleichzeitig auch Flächen in nachhaltiger Weise bewirtschafte, keinen Cent Regelförderung mehr. Nur 2 der 27 EU-Staaten hätten diese ehrgeizige Reform der Direktzahlungen bisher umgesetzt.

Auch unterstütze Deutschland klar die Ziele der EU-Kommission für mehr Umweltleistungen in der Landwirtschaft, erklärte Eichele. Keine Unterstützung gebe es aber für ein “Greening„, das nur auf dem Papier stehe und außer enormem bürokratischen Aufwand keine messbare Wirkung entfalten würde. Und schließlich setze sich die Ministerin auch vehement für den Erhalt der Fischbestände in den Weltmeeren als wichtige Nahrungsquelle für kommende Generationen ein.

Ob Aigner den Preis annehmen wird, ließ ihr Sprecher offen. Tschimpke sagte, einer der beiden Preisträger des vergangenen Jahres, Michael Thamm, damaliger Präsident von AIDA-Cruises, habe sich den Dinosaurier in der NABU-Zentrale in eine Plastiktüte packen lassen. 2011 war der “peinlichste Umweltpreis Deutschlands„ an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises gegangen, weil ihre angeblich “weißen Flotten„ laut NABU in Wahrheit Rußschleudern sind, die immer noch mit giftigem Schweröl fahren.

dapd

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