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Aiwanger sieht in Wiesn einen Tourismus-Treiber – Kaniber will Ferien auf dem Land stärken

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Von: Leonie Hudelmaier

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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sprechen über ihre Pläne für den Tourismus in Bayern.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sprechen über ihre Pläne für den Tourismus in Bayern. © Tobias Hase/dpa

Vor den Kabinettsferien macht sich Hubert Aiwanger für die Wiesn als Tourismussektor stark. Michaela Kaniber will Urlaub auf dem Land fördern.

München – Eigentlich hätten die Kabinettsferien gestern in bayerischer Idylle am Königssee eingeläutet werden sollen. Doch kurzerhand beorderte die Staatsregierung die Teilnehmer der vorerst letzten Pressekonferenz doch noch nach München. Die Begründung: Es wurden Unwetter prognostiziert. Doch so wie der große Schauer ausblieb, blieb auch der eigentlich angekündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Pressekonferenz fern.

Stattdessen informierten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Bauminister Christian Bernreiter (CSU) über die neuesten Pläne ihrer Ressorts. Neben dem Fünf-Stufen-Plan zum Energiesparen stand auch das Thema Tourismus auf dem Plan, selbst wenn die konkreten Beschlüsse überschaubar blieben.

Aiwanger fordert: Wiesn, Weihnachtsfeste und Christkindl-Märkte sollen Tourismus antreiben

„Der Bayern-Tourismus beginnt sich wieder an alte Erfolgszahlen anzuhängen“, sagte Aiwanger mit Blick auf den Corona-gebeutelten Sektor. Der Wirtschaftsminister hob besonders die 600 000 Beschäftigten sowie die 30 Milliarden Euro Wertschöpfung in der Branche hervor.

Seine direkte Schlussfolgerung, um dem Sektor weiter auf die Beine zu helfen: Die Wiesn soll stattfinden. Man müsse für die einheimische Bevölkerung und auch für die Touristen „diese Highlights bieten“. Die überwiegend milden Corona-Krankheitsverläufe würden das ermöglichen, sagte Aiwanger. Daher sollten auch nicht jetzt vorsorglich Weihnachtsfeste und Christkindl-Märkte infrage gestellt werden, mahnte der Minister Richtung Berlin. „Wir müssen diese Feste feiern. Nicht nur für die Volksseele, sondern auch für die Wirtschaft ist das richtig und wichtig.“

Gleichzeitig soll aber nicht alles auf Tourismus ausgelegt werden – auch die Einheimischen sollen von den Angeboten profitieren. „Wir wollen in Bayern keinen Ballermann-Tourismus“, stellte Aiwanger ausdrücklich klar. Der Plan dafür: Etwa Kur- und Heilbäder „weiter entwickeln oder zumindest erhalten“. Denn viele Thermen in Bayern werden mit Gas beheizt.

Landwirtschaftsministerin Kaniber will Urlaub auf dem Land fördern

Beim Inlandstourismus kommt die Landwirtschaft ins Spiel. „Wir haben 4000 Höfe in Bayern mit 50 000 Betten“, sagte Landwirtschaftsministerin Kaniber, wie sie selbst sagt mit Stolz. Nicht nur Urlaub im eigenen Land wird seit der Pandemie immer beliebter, sondern auch Camping-Urlaub. Um das miteinander zu verbinden, kündigte Kaniber an: „Ab sofort können bis zu drei Stellplätze auf landwirtschaftlichen Betrieben stehen.“ Die SPD mahnt, dass „Bayern auch in Zukunft ein bezahlbares Reiseziel für alle bleibt“, wie Martina Fehlner, die Tourismus-Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, erklärt. Deswegen solle es auch für kleine Tourismusbetriebe Förderprogramme geben.

Fernab der Urlaubs-Angelegenheiten befasste sich das Kabinett mit dem Denkmalschutzgesetz. Denkmalschutz soll demnach kein Hinderungsgrund mehr für Klimaschutz sein. So lenkt Bayern etwa in puncto Windräder ein – zumindest etwas. Windkraftanlagen sollen nur noch bei „besonders landschaftsprägenden Denkmälern“ erlaubnispflichtig sein. Das sind bayernweit etwa 100 Bauten. LEONIE HUDELMAIER

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