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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt neben Ursula von der Leyen (CDU, M), scheidende Verteidigungsministerin und neugewählte EU-Kommissionspräsidentin, die neben ihrer Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer Platz genommen hat.

Kommentar

Mutti und ihre Prinzessinnen - Spahn und Merz ausgebremst

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Der Brüsseler Poker ist vorbei. Der große Verlierer heißt Manfred Weber. Und die große Siegerin Angela Merkel. Sie hat an allen Schaltstellen der Macht ihre Kronprinzessinnen installiert. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Wer ins Gefecht zieht, sollte die Kunst des Manövers beherrschen. Dass sie das nicht tut, hat die Dreyer-Schwesig-Schäfer-Gümbel-SPD auf eindrucksvolle Weise bewiesen. Die Tölpelhaftigkeit, mit der sich die Partei im Umgang mit der Personalie von der Leyen selbst ausmanövriert hat, zeigt sehr deutlich, dass die SPD in ihrer Verzweiflung das Stadium der Regierungsunfähigkeit erreicht hat. Die Groko liegt auf der Intensivstation – und wartet darauf, dass ihr die Wähler im Osten im Herbst die lebenserhaltenden Maschinen abstellen.

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Machtsystem Merkel gewinnt noch auf den letzten Metern

Dagegen gewinnt das in die Jahre gekommene Machtsystem Merkel auch noch auf den letzten Metern die entscheidenden Schlachten. Die Amtszeit der Kanzlerin endet bald, doch nicht ihre Ära. Sie findet ihre Fortsetzung in Brüssel, wo auf wundersame Weise nicht der CSU-Politiker und Wählerliebling Manfred Weber, sondern Merkels Freundin künftig die europäische Agenda bestimmt. Ähnliches könnte sich in Berlin wiederholen – falls Merkels Manöver funktioniert. 

Merkels Strategie: Kanzlerkandidatur von AKK neues Leben einhauchen - Spahn ausgebremst

Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Ihre Entscheidung, die in Verteidigungsfragen unbeleckte Annegret Kramp-Karrenbauer ins Kabinett aufzunehmen, dient dem Ziel, der schon fast gescheiterten Kanzlerkandidatur ihrer Ziehtochter neues Leben einzuhauchen. Die von den Bürgern gewogene und zunächst für zu leicht befundene Kronprinzessin hat jetzt die Chance, sich als Verteidigungsministerin neu zu erfinden. Merkel bremst damit Friedrich Merz und – mehr noch – Jens Spahn aus. Der umtriebige Gesundheitsminister und Favorit für die Leyen-Nachfolge hätte im Verteidigungsministerium auch noch die höheren außenpolitischen Weihen für seine Kanzler-Bewerbung erhalten können. Zum großen Kummer von Mutti und ihren Prinzessinnen.

Auch für Merkel ist die Bundeswehr nur Manövriermasse

Doch was passiert eigentlich mit der in beklagenswertem Zustand hinterlassenen Bundeswehr? Die bleibt das, was sie in der Ära Merkel leider immer war: Manövriermasse.

Ursula von der Leyen ist mit äußerst knapper Mehrheit zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt worden. Sie selbst äußerte Demut - doch die Reaktionen zeigen, wie schwer ihre Arbeit wird.  

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