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Beim AKP-Sonderparteitag in Ankara wird Erdogan wieder zum Vorsitzenden ernannt werden.

Nach umstrittenem Referendum

AKP-Sonderparteitag hat begonnen - Erdogan wird wieder Parteichef

Fünf Wochen nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei hat in der Hauptstadt Ankara der Sonderparteitag der Regierungspartei AKP begonnen. Es geht auch um die Wahl des Vorsitzenden.

Ankara - Die 1470 Delegierten kamen am Sonntag zusammen, um Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wieder zum Vorsitzenden der islamisch-konservativen Partei zu wählen. Erdogan tritt als einziger Kandidat an. Der AKP-Chefposten verschafft dem Staatspräsidenten noch mehr politischen Einfluss.

Erdogan gehörte 2001 zu den Mitbegründern der AKP, die er bis zu seiner Wahl zum Staatspräsidenten im August 2014 angeführt hatte. Zu dem Parteitag am Sonntag erwartete die AKP nach eigenen Angaben rund 100 000 Besucher aus allen 81 Provinzen der Türkei. 1565 Busse sollten die Teilnehmer nach Ankara bringen. Außerhalb der Ankara-Arena, in der der Parteitag stattfindet, wurden Zelte und Bildschirme für die Besucher aufgebaut.

Erdogan nach Referendum sehr mächtig

Erdogan hatte das Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems am 16. April mit 51,4 Prozent knapp gewonnen. Die Opposition hatte Wahlbetrug beklagt und erfolglos eine Annullierung der Volksabstimmung gefordert. Auch internationale Wahlbeobachter hatten dem Referendum Mängel attestiert.

Als eine der ersten Maßnahmen der Verfassungsreform wurde das Verbot für den Präsidenten aufgehoben, einer Partei anzugehören. Am 2. Mai war Erdogan daraufhin wieder der AKP beigetreten. Bis Sonntag stand Ministerpräsident Binali Yildirim an der Spitze der AKP, ein treuer Gefolgsmann Erdogans. In ihrer bis zum Referendum gültigen Form schrieb die Verfassung dem Präsidenten Neutralität vor.

dpa

dpa

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