Bezug zur Affäre um Schweizer Spion?

Akte zu Schweizer Steuer-CD aus Auto gestohlen

Wuppertal - Die Spionageaffäre um angeblich auf deutsche Steuerfahnder angesetzte Spione der Schweiz könnte um ein brisantes Kapitel reicher sein:

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Freitag) haben Unbekannte das Auto eines Düsseldorfer Steuerfahnders während einer Besprechung im Finanzamt Wuppertal aufgebrochen - am Tag der Verhaftung des Schweizer Agenten Daniel M. Dabei sei eine Akte mit Notizen zum Ankauf mindestens einer angekauften Steuer-CD entwendet worden.

Das Düsseldorfer Finanzministerium bestätigte zwar den Diebstahl einer Unterlage aus einem aufgebrochenen Wagen, äußerte sich aber nicht zum Inhalt der Notizen. „Die Ermittlungsbehörden haben ihre Arbeit aufgenommen und werden von der Finanzverwaltung unterstützt“, sagte Ministeriumssprecherin Ingrid Herden auf Anfrage. Nach dem mutmaßlichen Täter werde gefahndet.

Der "Welt" zufolge soll M. im Zusammenhang mit dem Ankauf von Steuer-CDs deutsche Steuerfahnder bespitzelt haben. "Bild" zufolge war er womöglich Doppelagent und spionierte in der Schweiz für die deutsche Seite Banken und Kundendaten aus.

Ein solcher Diebstahl könnte aber auch einen ganz gewöhnlichen kriminellen Hintergrund haben. Er trifft die Finanzbehörden aber in einer sensiblen Phase: Der Schweizer Geheimdienst soll einen bisher nicht identifizierten Spitzel in der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalens platziert haben. Das geht nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR aus dem Haftbefehl gegen Daniel M. hervor.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte wegen des Falls am Dienstag die Schweizer Botschafterin Christine Schraner Burgener zu einem Gespräch ins Ministerium gebeten. 

Seit einigen Jahren haben mehrere deutsche Bundesländer CDs mit Bankdaten mutmaßlicher Steuersündern aus der Schweiz und Liechtenstein gekauft - allen voran NRW.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © dpa

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