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Die Anzeichen für Manipulationen von Akten zu Amri verhärten sich

Terror in Berlin

Aktenmanipulationen zum Terroranschlag - neues Dokument aufgetaucht

Bei den Untersuchungen zum Terroranschlag in Berlin und den Ermittlungen der Kriminalpolizei ist ein weiteres unklares Dokument aufgetaucht.

Berlin - Der Sonderermittler des Senats, Bruno Jost, sagte am Montag: „Der Eindruck, dass es zu Aktenmanipulationen gekommen ist, verfestigt sich.“

Jost berichtete am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von einer Strafanzeige in den Unterlagen des Landeskriminalamtes, die am 2. Januar 2017 erstellt worden sei. Das Dokument, das möglicherweise auch nur ein Entwurf sei, enthalte konkrete Vorwürfe gegen den Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri und zwei Komplizen wegen Drogenhandels. Amri war jedoch schon zehn Tage zuvor auf der Flucht in Norditalien von der Polizei erschossen worden. Warum die Anzeige nach dem Tod Amris aufgesetzt wurde, sei unklar.

Die Inhalte der Anzeige würden sich weitgehend decken mit dem bekannten umfangreichen Bericht vom 1. November 2016 zum „gewerbsmäßigen Drogenhandel“ Amris. Zu welchem Zweck das weitere Dokument erstellt worden sei, könne er noch nicht sagen, meinte Jost.

Der aus Tunesien stammende Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen in seine Gewalt gebracht und den polnischen Fahrer erschossen. Dann steuerte er das Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Dabei starben elf Menschen und 55 wurden verletzt.

Update vom 20. Juni 2017: In Brüssel hat es am Abend eine Explosion gegeben, offenbar schoss die Polizei einen Mann mit Sprengstoffgürtel nieder.

dpa

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