Syrien-Krieg

Aktivisten berichten über Luftangriffe in Syrien - offenbar viele Toten

Erneute Bomben an der Grenze zu Irak. Bei einem Luftangriff im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 52 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen.

Damaskus - Bei 36 Opfern handele es sich um libanesische oder irakische Angehörige der Schiitenmiliz Hisbollah, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Die anderen Toten sind demnach Syrer. Es sei unklar, wer für die Bombardierung nahe dem Ort Albu Kamal an der Grenze zum Irak verantwortlich sei.

Die staatliche syrische Agentur Sana und Schiitenmilizen aus dem Irak beschuldigten die von den USA angeführte internationale Anti-IS-Koalition. Sana zufolge gab es eine nicht näher genannte Anzahl von Toten und Verletzten.

Die irakischen Schiitenmilizen meldeten, 22 ihrer Kämpfer seien getötet worden. Ein US-Jet habe deren Stützpunkt nahe der syrisch-irakischen Grenze bombardiert. Die Milizen forderten die USA auf, eine Klarstellung zu dem Angriff zu veröffentlichen. Die irakischen Einheiten seien in der Region gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Einsatz, die die Grenze bedrohe.

Die internationale Koalition wies die Anschuldigung hingegen zurück. Es habe in der Region keine Angriffe der USA oder des Bündnisses gegeben, teilte ein Sprecher mit.

Die Koalition unterstützt im Osten Syriens eine Offensive örtlicher Kräfte gegen die IS-Terrormiliz. Sie hat aber auch schon mehrfach regierungstreue Kräfte angegriffen. Diese bekämpfen in der Region ebenfalls IS-Extremisten. Anhänger der Miliz hatten Anfang Juni kurzzeitig Teile Albu Kamals zurückerobert.

Schiitische Milizen aus dem Libanon, dem Irak und anderen Ländern kämpfen im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierung. Sie werden vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt. Diesem geht es vor allem darum, einen Landkorridor vom Libanon am Mittelmeer über Syrien und den Irak bis nach Teheran zu sichern.

Lesen Sie auch: Bundestags-Gutachten - Militärschlag gegen Syrien völkerrechtswidrig

dpa

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