+
Demonstranten brachten am Mittwoch ein Logo der CDU mit einer Hebebühne an der CSU-Zentrale in München an.

Protestaktion am Mittwoch

CDU überklebt Logo der CSU: So überlisteten die Aktivisten die Polizei - Partei erstattet Anzeige

Die CSU ist am Mittwoch Opfer einer Protestaktion geworden: Aktivisten überklebten das Logo an der Münchner Zentrale mit dem CDU-Schriftzug. Das hat ein rechtliches Nachspiel.

+++Update von Donnerstag, 12.50 Uhr+++

Für zwei Aktivisten hat das Überkleben des CSU-Logos an der Münchner Parteizentrale am Mittwoch ein rechtliches Nachspiel: Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hat die CSU Anzeige erstattet. Gegen die beiden Bediener der Hebebühne werde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Es handelt sich dabei um eine 26-Jährige aus Mannheim und einem 26-Jährigen aus Berlin. Mithilfe der Hebebühne überklebten sie das Logo der CSU als Ausruck des Prostest mit einem CDU-Plakat und forderten „die Hälfte unserer Wählerstimmen und die Hälfte des Gebäudes“ von der CSU. Laut Polizei sei das Logo der CSU zwar nicht durch einen Bohrer oder ähnliches demoliert worden - schon allein, dass aber nun aufwändig Klebereste wieder entfernt werden müssten, laufe unter Sachbeschädigung.

Auch über die Strategie der Aktivisten wurde am Donnerstag mehr bekannt: Laut Polizei lenkten einige Demonstranten die Polizisten ab, indem sie sich laut musizierend vom genehmigten Ort der Demo entfernten und die Beamten so vom eigentlichen Geschehen weglockten. Auf diese Weise bemerkten die Polizisten die Hebebühne erst, als sie schon zum CSU-Logo hochgefahren worden war. 

Mit einer Hebebühne gelangten die Demonstranten zum CSU-Logo.

München - Was für eine Aktion: Aktivisten der Aktionsgruppe „Zentrum für politische Schönheit“ haben am Mittwochabend die CSU-Zentrale, das Franz-Josef-Strauß-Haus in der Mies-van-der-Rohe-Straße, gekapert! 

Mit einer hoch ausgefahrenen Hebebühne gelangten sie an das CSU-Logo und überklebten es mit dem Schriftzug der Unionsschwesterpartei CDU. Die Aktion steht im Zusammenhang mit der Demonstration am Sonntag - dort soll die Sache auch näher vorgestellt und erläutert werden.

Verfolgten das Treiben: Bei der angekündigten Demo waren Polizisten vor Ort.

Weitere Aktionen angekündigt

Einer, der die Sache mit geplant hat, aber nicht genannt werden will, sagte der tz: „Dahinter steht ein breiteres Konsortium.“ Wie der Insider weiter verriet, war die Aktion, die am Abend rund 120 Zuschauer teils begeistert verfolgten, erst der Anfang: „Das wird noch viel größer...“ Und: „Wer mehr wissen will, schaut im Internet bei www.cdu-bayern.de. CDU heißt in diesem Fall übrigens ‚Club der Unterstützer‘.“

Auch die Polizei verfolgte das Geschehen. Laut Beobachtern allerdings recht „unentspannt“. Es seien vor Ort auch Personalien aufgenommen worden. Ein Polizeisprecher sagte: „Das war eine Demo - und als solche auch angemeldet.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis
Rund 130.000 Euro in kleinen Teilen, bestimmt für Alice Weidel, kurz vor der Bundestagswahl 2017: Die AfD gerät wegen einer Großspende aus der Schweiz heftig unter …
AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis
„Das kann nicht gut gehen“ - Seehofers Kampf ums letzte Amt 
Horst Seehofer wollte seinen Abgang selbst bestimmen. Das misslingt – erst beim Parteivorsitz, jetzt auch als Innenminister. Dem politischen Alphatier kommt auf den …
„Das kann nicht gut gehen“ - Seehofers Kampf ums letzte Amt 
Raketenangriffe auf Israel, Luftschläge gegen Hamas-Ziele
An der Grenze zum Gazastreifen kommt es seit März zu gewaltsamen Protesten. Zuletzt hatte sich die Lage dank Vermittlung Ägyptens stabilisiert. Doch ein Zwischenfall …
Raketenangriffe auf Israel, Luftschläge gegen Hamas-Ziele
Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?
2017 zog die AfD mit satten 12,6 Prozent in den Bundestag ein und wurde drittstärkste Kraft. Doch auf den Erfolg könnte sich nun ein Schatten legen. Eine Großspende aus …
Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?

Kommentare