+
Syrische Panzer: Aktivisten werfen der Assad-Regierung einen Bruch der Waffenruhe vor. Foto: Sana/Archiv

Syrien-Krise

Aktivisten werfen Assad-Regime Bruch der Waffenruhe vor

Damaskus - Seit rund einer Woche gilt in Syrien eine Waffenruhe. Die Gewalt ist seitdem deutlich zurückgegangen. Trotzdem kommt es zu Verstößen. Die Opposition warnt vor einem Scheitern der Feuerpause.

Syrische Regimegegner werfen der Armee erneut einen Bruch der seit rund einer Woche geltenden Waffenruhe vor. Bei einem Artillerieangriff des Militärs auf die Stadt Chan Schaichun seien drei Frauen getötet worden, berichtete das oppositionelle Syrische Revolutionsnetzwerk am.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete vier getötete Zivilisten. Demnach griffen zudem Jets die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma östlich von Damaskus an.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter wird das Gebiet um Chan Schaichun von der radikalen Al-Nusra-Front und anderen Rebellen kontrolliert. Bei der Al-Nusra-Front handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die dschihadistische Gruppe ist genau wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der Waffenruhe ausgenommen, die die USA und Russland ausgehandelt hatten.

Die Feuerpause soll die Wiederaufnahme der Genfer Friedensgespräche in der kommenden Woche ermöglichen. Sie hat bisher weitgehend gehalten, auch wenn sich Regime und Opposition gegenseitig Verstöße vorwarfen.

Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner warnte in einer Erklärung am Donnerstagabend, die Waffenruhe stehe wegen der "tödlichen Operationen" des Regimes und seiner Verbündeten vor dem Zusammenbruch. HNC-Chef Riad Hidschab forderte ein internationales Eingreifen, um die Gewalt zu beenden.

Hunderte Syrer in Rebellen-Gebieten nutzten die brüchige Waffenruhe, um am Freitag zu Demonstrationen gegen das Regime auf die Straße zu ziehen. Zu Protesten kam es unter anderem in der Region östlich von Damaskus sowie in mehreren Städten, wie die Menschenrechtsbeobachter und Oppositionsmedien meldeten. Der Aufstand in Syrien hatte vor fast fünf Jahren mit Protesten gegen die Regierung begonnen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS
"Ich will nur noch weg", sagt das vermisste Mädchen aus Sachsen in irakischer Haft. Sie wolle kooperieren. Einem Reporter des Recherchenetzwerks aus "SZ", NDR und WDR …
Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS
Trumps neuer Kommunikationschef löscht alte kritische Tweets
Donald Trump hat einen neuen Kommunikationschef. Aber der lag früher längst nicht immer auf der Linie, die sein neuer Boss vertritt. Im Gegenteil.
Trumps neuer Kommunikationschef löscht alte kritische Tweets
Steinmeier für "deutliche Haltsignale" gegenüber der Türkei
Zwischen Deutschland und der Türkei wird das Klima immer frostiger. Die Bundesregierung verschärft ihren Kurs. Vom Bundespräsidenten kommen ungewohnt kritische Töne. Die …
Steinmeier für "deutliche Haltsignale" gegenüber der Türkei
Seehofer: Nur Merkel kann freie Welt zusammenhalten
Obergrenze, Mütterrente, Volksentscheide: Die CSU präsentiert ihr Wahlprogramm in München.
Seehofer: Nur Merkel kann freie Welt zusammenhalten

Kommentare