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Russland nun als „Waffenlieferant“ für die Ukraine? „Wissen gar nicht, wohin mit ihnen“

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Von: Franziska Schwarz

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Panzer in Isjum
Ein zerstörter russischer Schützenpanzer in Isjum. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Kämpfer für Putins Armee fliehen im Zuge der ukrainischen Rückeroberungen - und lassen Waffen zurück. Ein Bericht nennt jetzt konkrete Zahlen.

Kupjansk/München - Die vom russischen Militär im Kriegsgebiet zurückgelassenen Waffen helfen der Ukraine bei ihrer Gegenoffensive. Denn nicht alle sind zerstört, so wie der Panzer im Bild oben. Was vorher den Truppen von Wladimir Putin gehörte, wird im Ukraine-Krieg dann flugs mit den ukrainischen Farben bemalt, das „Z-Symbol“ abgeschrubbt. Ein Reporter des Wall Street Journal (WSJ) in der Region Charkiw berichtet (5. Oktober) nun von „hunderten“ neu verwendeten Waffen.

Er beruft sich dabei auf das ukrainische Militär. Im Krieg sind Angaben beider Seiten immer schwer zu überprüfen. Aber laut der ukrainischen Seite gelangte sie zuletzt in Isjum sogar an einen sowjetischen Kampfpanzer T-80 sowie fünf sojwetische 2S5 Giazint-S-Selbstfahrlafette. „Wir haben inzwischen so viele Trophäen, wir wissen gar nicht, wohin mit ihnen“, zitiert das WSJ den ukrainischen Stabschef in der Region Charkiw, Ruslan Andriyko.

Russen nun als „Waffenlieferant“ für die Ukraine? „Sie haben keine Feuerkraft mehr“

„Die Russen haben keine Feuerkraft mehr“, behauptete Andriyko. „Sie sind einfach geflohen und haben alles zurückgelassen.“ Zusammen mit den Waffen, die Putins Militär nach der Pleite bei Kiew vor der ukrainischen Hauptstadt zurückließ, sei „Moskau inzwischen der größte Lieferant von schweren Waffen an die Ukraine, vor den USA und anderen Verbündeten“, teilte das WSJ die Einschätzung eines nicht namentlich genannten Geheimdienstlers. Waffen aus dem Westen seien allerdings moderner und präziser. Doch hier sind die Zahlen, die das WSJ erfahren haben will:

Nicht alles davon sei nützlich, sagte Jakub Janovsky von der Beraterfirma Oryx dem WSJ: „Manches gehört eher ins Museum.“ Natürlich gelangte seit der russischen Invasion in die Ukraine auch Putins Militär an Waffen der Angegriffenen - vor allem zu Beginn. 109 Panzer, 15 Gewehre und 63 Schützenpanzer zählte Oryx bislang.

Ukrainischer Militär-Sprecher: „Die sowjetischen Konstruktionen verstehen wir leicht“

Das ukrainischen Kämpfer hätten dabei keine Probleme, sich in die von den Russen übernommenen Waffen einzuarbeiten, das sagte Serhiy Cherevatyi, Sprecher der Ukrainischen Ostgruppe, dem WSJ: „Die Konstruktionen sowjetischer Bauart verstehen wir leicht. Wenn unsere Leute es geschafft haben, mit der Panzerhaubitze oder den Krab-Selbstfahrlafetten klarzukommen, sind die russischen Waffen, die unseren ähnlich sind, für uns kein Problem.“ (frs)

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