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Putin-treuer Journalist fordert Atombomben auf London und Washington - „Und das war‘s dann“

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Von: Stephanie Munk

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Forderung nach Nuklearschlag gegen Westen: Der Journalist Yuri Kot am Montag, 9. August, auf Russia-1.
Forderung nach Nuklearschlag gegen Westen: Der Journalist Yuri Kot am Montag, 9. August, auf Russia-1. © Screenshot Twitter

Russlands Staatsfernsehen verbreitet erneut Provokationen gegen die Ukraine und den Westen: Ein Putin-treuer Journalist forderte den nuklearen Erstschlag.

Moskau - Drohungen gegen den Westen gehören im russischen Staatsfernsehen inzwischen zur Tagesordnung. Ein Kreml-naher Journalist wurde im Sender „Rossija-1“ jetzt besonders drastisch. Er schlug am Montag (8. August) den nuklearen Erstschlag gegen die beiden größten westlichen Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland vor. Der russische Präsident Wladimir Putin solle konkret zwei Atomraketen auf London und Washington werfen lassen. „Und das war‘s dann“, so der Journalist Yuri Kot im russischen TV lapidar.

Wegen Lage am AKW Saporischschja: Journalist schlägt Nuklear-Erschlag vor

In der bizarren Polit-Talkshow ging es unter anderem um das Atomkraftwerk Saporischschja, das derzeit schwer umkämpft ist. Schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs hatten russische Truppen das ukrainische Kraftwerk eingenommen. Die Internationale Atomenergiebehörde warnte von Anfang an, dass im schlimmsten Fall eine Katastrophe ähnlich verheerend wie 1986 in Tschernobyl drohe. Nun eskaliert die Lage am AKW erneut. Am Wochenende geriet das Kraftwerk Saporischschja unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Putin-treuer Journalist fordert Atombomben auf London und Washington - „Und das wars dann“

In diesem Zusammenhang drohte der Putin-treue Journalist Kot im Staatsfernsehen mit Atombomben. In einem Redebeitrag während der politischen Talkshow sagte er, seiner Meinung nach mache es Sinn, „die Ukraine und ihre Unterstützer-Länder direkt zu adressieren, allen voran Großbritannien und die USA.“

Man solle ihnen sagen, falls das von Russland besetzte Saporischschja-AKW beschädigt werde und ein „Desaster“ geschehe, „werden zwei Raketen sofort in euren Entscheidungszentren landen, eine in Washington und die andere in London.“ Der Journalist verdeutlichte: „Atomraketen. Und das war‘s dann!“ Der BBC-Redakteur Francis Scarr verbreitete die entsprechende Szene samt englischer Übersetzung auf Twitter.

Atomkraftwerk Saporischschja seit sechs Monaten unter russischer Kontrolle

Der radikale Vorschlag ignoriert die Tatsache, dass es Russland ist, das für die gefährliche Lage am Atomkraftwerk Saporischschja verantwortlich ist. Die russische Armee hat das größte AKW Europas mit 15 Reaktoren wenige Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht.

Seit Wochen gibt es Kritik, dass die russischen Truppen das Atomkraftwerk als Schutzschild für die eigene Artillerie nutzen, um von dort aus ukrainisches Gebiet zu beschießen. Das kremlkritische Internetmedium The Insider berichtet sogar über eine mögliche Verminung des Kraftwerks oder des umliegenden Geländes. Russland soll außerdem Luftabwehrsysteme rund um die Anlage stationiert haben.

Das Atomkraftwerk geriet in den vergangenen Tagen zwei Mal unter Beschuss. Dabei wurden Teile der Anlage beschädigt, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Zwischen Moskau und Kiew werden dazu gegenseitige Vorwürfe ausgetauscht.

Warnungen vor nuklearer Katastrophe - Selenskyj vergleicht Situation mit Tschernobyl

Wegen der Vorfälle drängt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nun erneut darauf, Zugang zu der von russischen Soldaten besetzten Anlage zu bekommen. IAEA-Chef Rafael Grossi warnte zuletzt vor der „realen Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte“.

Auch ukrainische Präsident Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Montag, 9. August, vor einer atomaren Katastrophe und zog Vergleiche zur Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986. (smu mit Material von dpa)

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