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Laut einer Studie ist bei der deutsche Bevölkerung die Bereitschaft groß, Asylbewerber etwa durch Sachspenden oder durch ehrenamtliche Hilfe persönlich zu unterstützen.

Studie zeigt: 

Akzeptanz von Asylbewerbern gestiegen

Berlin - Die Akzeptanz von Asylbewerbern ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hatte die Stimmung im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung in einer umfassenden Studie untersucht. Die erhobenen Daten wurden mit Ergebnissen einer ähnlichen Befragung des Allensbacher Instituts aus den 1990er Jahren verglichen.

So können sich derzeit 66 Prozent der Befragten vorstellen, Asylbewerber etwa durch Sachspenden oder durch ehrenamtliche Hilfe persönlich zu unterstützen. Allerdings haben nur rund fünf Prozent engen Kontakt zu Asylbewerbern, während knapp die Hälfte (45 Prozent) im Alltag überhaupt keine Berührungspunkte hat. 42 Prozent würden allerdings gerne mehr Kontakt haben.

Gut ein Drittel (34 Prozent) aller Befragten geht davon aus, dass Asylbewerber als Arbeitskräfte für Deutschland ein Gewinn seien könnten. Von denjenigen, die regelmäßig Kontakt haben, sind über 50 Prozent dieser Meinung.

87 Prozent der Befragten betrachten Bürgerkriege in den Heimatländern von Flüchtlingen als legitimen Grund für ein Asylbegehren. 83 Prozent glauben, dass dies auch die häufigste Ursache für einen Asylantrag ist. Als zweithäufigste Motivation sehen 78 Prozent der Befragten wirtschaftliche Gründe. Derartige Gründe halten jedoch 59 Prozent für nicht gerechtfertigt, um Asyl in Deutschland zu bekommen. Mit ebenfalls 59 Prozent spricht sich zudem deutlich mehr als die Hälfte der Befragten für strenge Regeln im deutschen Asylrecht aus.

Jeweils rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten würde eine Bürgerinitiative für beziehungsweise gegen die Einrichtung eines Asylbewerberheims in der Nachbarschaft unterschreiben. 1992 lag die Zahl derjenigen, die mit ihrer Unterschrift ein solches Heim abgelehnt hätten, noch bei 37 Prozent.

Überdies haben 64 Prozent der Deutschen das Gefühl, dass derzeit besonders viele Menschen Asyl in Deutschland suchen. Tatsächlich wurden 2013 rund 130.000 Asylbegehren bei deutschen Behörden gestellt, für 2014 werden rund 200.000 erwartet. 1992 hatte die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden in der Bundesrepublik wegen des Kriegs in Ex-Jugoslawien allerdings schon den Spitzenwert von 440.000 Menschen erreicht.

Das Allensbach-Institut befragte im Mai und Juni bundesweit 1503 Menschen ab dem Alter von 16 Jahren.

AFP

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