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Sucht im Alter soll ein neuer Schwerpunkt in der Drogen- und Suchtpolitik sein.

Alarm: Oma und Opa haben ein Suchtproblem

Berlin - Alkohol- und Medikamentensucht bei älteren Menschen entwickelt sich aus Sicht der Bundesregierung zu einem immer größeren Problem. Sucht im Alter zu bekämpfen soll neuer Schwerpunkt der Politik werden.

Schätzungsweise 400 000 Senioren über 60 Jahre konsumieren zu viel Alkohol. Darauf machte die Drogenbeauftragte der Regierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch) aufmerksam. Zudem zeigten Untersuchungen, dass jeder siebte Pflegebedürftige, der zu Hause oder in einem Heim betreut wird, Alkohol- oder Medikamentenprobleme habe. Wegen der alternden Gesellschaft würden diese „alarmierenden Zahlen“ in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen, warnte Dyckmans. Die Regierung prüft zudem weitere Verbote für Zigarettenwerbung.

Sucht im Alter werde ein neuer Schwerpunkt in der Drogen- und Suchtpolitik sein, kündigte Dyckmans an. Dafür wird gerade eine neue Strategie erarbeitet. Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal müssten ins Boot geholt werden. Problematisch sei vor allem, dass viele Senioren Schlaf- und Beruhigungsmittel nähmen. Eine gefährliche Folge könnten Stürze sein. „Durch die Kombination von Alkohol und Medikamenten kommt es zu einer Potenzierung der Wirkung und zu einer hohen Suchtgefahr“, sagte die FDP-Politikerin. Sie verwies auf Fälle, bei denen Patienten täglich 15 verschiedene Präparate nähmen.

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Die Drogenbeauftragte unterstützte einen Vorstoß aus dem Haus von Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino zu verbieten. „Insbesondere bei der Plakataußenwerbung ist ein Werbeverbot im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes aus meiner Sicht wünschenswert“, sagte Dyckmans. Hintergrund ist eine Konvention der Weltgesundheitsorganisation WHO, wie ein Sprecher Aigners am Mittwoch in Berlin erläuterte. In der Bundesregierung laufen derzeit Gespräche dazu, hieß es vom Gesundheitsministerium.

dpa

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