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Kinder als Kriegsopfer in Aleppo.

Drastische Worte vom UNO-Chef

„Aleppo das Synonym für Hölle“ - Hunderten Kindern droht Tod

New York - Hunderten verbliebenen Kindern im Osten Aleppos droht nach Einschätzung von Unicef der Tod, wenn sie die umkämpfte syrische Stadt nicht sofort verlassen.

„Hunderte von verletzlichen Kindern, darunter auch Waise, sind immer noch in der Stadt gefangen“, sagte der Chef des UN-Kinderhilfswerks, Anthony Lake, am Freitag in New York einer Mitteilung zufolge. „Wir machen uns extreme Sorgen über ihr Schicksal. Wenn diese Kinder nicht sofort evakuiert werden, könnten sie sterben.“ Unicef stehe mit Teams und Transportmöglichkeiten bereit. In den vergangenen Stunden seien bereits mehr als 2700 Kinder aus Ost-Aleppo herausgebracht worden.

Der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine sofortige Wiederaufnahme der Evakuierungsaktionen in der syrischen Stadt Aleppo gefordert. "Aleppo ist nun ein Synonym für Hölle", sagte Ban am Freitag bei seiner letzten Pressekonferenz am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Er gibt sein Amt zum Jahreswechsel ab.

„Massaker zu beenden“

Die Vereinten Nationen mobilisierten alle Ressourcen und Mitarbeiter, gleichzeitig müssten die Konfliktparteien alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, "um eine sichere Wiederaufnahme des Evakuierungsprozesses zu ermöglichen", sagte Ban. Die UNO halte sich bereit, "um jederzeit alles zu tun, um so viele Menschen wie möglich zu retten", betonte er und bedauerte ausdrücklich die Unterbrechung der Evakuierungen.

"Die dringende Priorität ist es, Leben zu retten, die Massaker zu beenden und ein neues Srebrenica zu verhindern", sagte Ban mit Verweis auf das Massaker an tausenden muslimischen Männern und Jungen während des Bosnienkriegs. Zugleich verwies er darauf, dass nach dem Beginn der Evakuierung Ost-Aleppos am Donnerstag "tausende Menschen" die umkämpfte Stadt verlassen hätten. 194 Verletzte und Kranke seien zur Behandlung in Krankenhäuser in Idlib, in der Umgebung von Aleppo oder in der Türkei gebracht worden.

"Das Blutbad in Syrien bleibt ein klaffendes Loch im weltweiten Gewissen", sagte Ban. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Freitag über die Lage in Aleppo beraten. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien sollte über die aktuelle Situation informieren. Die Dringlichkeitssitzung wurde von Frankreich beantragt, das auf die Entsendung internationaler Beobachter dringt. Sie sollen die Evakuierung von Zivilisten und humanitäre Hilfslieferungen überwachen.

Das mächtigste UN-Gremium hat sich im Syrien-Konflikt allerdings wiederholt als nicht handlungsfähig erwiesen. Russland, das die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad massiv bei der Rückeroberung Aleppos unterstützt, hat im Sicherheitsrat ein Vetorecht.

dpa/afp

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