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Schwere Angriffe auf Aleppo: Nach einem Luftangriff steht am Straßenrand ein Bus in Flammen.

Damaskus lässt sich nicht auf halten

Scharfe internationale Kritik: Aleppo unter Dauerbeschuss

Aleppo - Ungeachtet der scharfen internationalen Verurteilung der Gewalt hat die syrische Führung ihre Offensive auf Aleppo mit aller Härte fortgesetzt.

Nachdem es seit Mitternacht dutzende Luftangriffe auf den Ostteil der Stadt gegeben hatte, verstärkten sich die Bombardements am Montagmorgen und lösten mehrere Großbrände aus, wie ein AFP-Reporter aus der Metropole berichtete. Unterdessen erreichten UN-Konvois mit Hilfslieferungen vier belagerte syrische Ortschaften.

Die vierte Nacht in Folge gingen Bomben auf die von Rebellen gehaltenen Bezirke von Aleppo nieder. Die von Russland unterstützten syrischen Streitkräfte hatten ihre neue Offensive zur Rückeroberung der Stadt am Donnerstagabend gestartet. Seitdem wurden der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mindestens 128 Menschen getötet, vornehmlich Zivilisten.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es, die Luftwaffe werde weiterhin gegen "jede Bewegung der Terroristen" vorgehen. Ziel sei es, "alle Regionen in Syrien zurückzuerobern", die die Regierungstruppen verloren hätten. Die syrische Führung bezeichnet all ihre Gegner als Terroristen.

Kampfpause war nur kleiner Hoffnungsschimmer 

Ein kleiner Hoffnungsschimmer, die von den USA und Russland vermittelte Kampfpause, war vor einer Woche nach wenigen Tagen jäh zerbrochen, seitdem steht Aleppo wieder unter Dauerfeuer. Am Sonntag tagte der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung, dabei warfen die USA Russland vor, in Syrien ein "mörderisches Regime" zu unterstützen. Unter anderem Großbritannien und die UNO sprachen von Kriegsverbrechen.

Das wies Moskau am Montag empört zurück. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von einem "inakzeptablen Ton", der den Beziehungen Londons und Washingtons zu Russland schaden könne. Russland hatte in der Vergangenheit wiederholt die Aufständischen in Syrien für den Bruch der Feuerpause verantwortlich gemacht und beklagt, dass die USA ihren Einfluss auf die Rebellen nicht ausreichend genutzt hätten.

Die Bundesregierung verurteilte das "barbarische Vorgehen des syrischen Regimes" am Montag ebenfalls. Dies sei eine "eklatante Verletzung des Völkerrechts", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die "unterschiedslose Bombardierung von zivilen Gebieten" durch die syrische Führung müsse beendet werden. Russland sei zudem wegen der militärischen Unterstützung der Regierungsseite "in der Verantwortung".

Humanitäre Lage verschlechtert sich weiter dramatisch

Die humanitäre Lage in Aleppo verschlechterte sich unterdessen weiter dramatisch. Lebensmittel und Medikamente werden zusehends knapper, wie der AFP-Reporter berichtete. Seit zwei Monaten erhalten die rund 250.000 eingeschlossenen Bewohner der Rebellen-Viertel praktisch keine Hilfe mehr von außen, seit Samstag gibt es kein frisches Wasser mehr. In den Krankenhäusern fehlten Blutkonserven, sagten Ärzte. Deshalb würden bei den am schwersten Verletzten "sofort Amputationen vorgenommen".

"Wir haben die Bombardements in den vergangenen Jahren ertragen und Aleppo nicht verlassen", sagte der vierfache Vater Hassan Jassin am Montag im Bezirk Ferdus. "Aber jetzt gibt es weder Brot noch Trinkwasser, nichts auf den Märkten." Die Lebensmittelpreise stiegen täglich, wie der AFP-Reporter berichtete. Grundnahrungsmittel wie Zucker gab es praktisch gar nicht mehr.

Unterdessen erreichten nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef Hilfskonvois der Vereinten Nationen mehrere belagerte Städte. Die Lastwagen trafen demnach in Madaja, Sabadani, Fua und Kefraja ein. Es war das erste Mal seit April, dass die insgesamt 60.000 Menschen in diesen Orten Hilfe von außen erhielten.

Unicef bezeichnete die jüngsten Angriffe auf Aleppo zudem als "absoluten Tiefpunkt". Die "Intensität und Rücksichtslosigkeit" der Attacken seien vergleichbar mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs, sagte Unicef-Sprecher Rudi Tarneden dem NDR. Dem Hilfswerk zufolge sind im Osten von Aleppo derzeit rund 100.000 Kinder in akuter Gefahr.

AFP

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