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Spaniens Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy kehrt zu den Wurzeln zurück.

Nach seiner Abwahl

Von Madrid in die Kleinstadt: Rajoy arbeitet wieder im Grundbuchamt

Mariano Rajoy ist knapp drei Wochen nach seiner Abwahl als spanischer Ministerpräsident in seinen alten Beruf zurückgekehrt.

Alicante - Der 63-Jährige trat am Mittwoch seine frühere Stelle beim Grundbuchamt des Badeortes Santa Pola an der Costa del Sol in der Provinz Alicante an. Vor Dutzenden Journalisten und Schaulustigen, die „Presidente, presidente“ skandierten, sagte er: „Ich habe diesen Beruf lange nicht mehr ausgeübt, aber nervös bin ich nicht.“ Um sich ganz der Politik zu widmen, hatte Rajoy sich vor 28 Jahren in Santa Pola von seiner Stelle als Grundbuchführer beurlauben lassen.

Rajoy war seit Oktober 2004 PP-Vorsitzender und seit 2011 Ministerpräsident. Sozialistenführer Pedro Sánchez hatte ihn am 1. Juni durch ein Misstrauensvotum im Parlament zu Fall gebracht und regiert nun Spanien mit einer Minderheitsregierung.

Rajoy: „Das Leben geht weiter“

Nach seiner Abwahl war Rajoy auch als Chef der konservativen Volkspartei (PP) zurückgetreten, anschließend gab er auch seinen Abgeordnetensitz im Parlament ab. Auf die Frage von Journalisten, welche Ratschläge er seinen Nachfolgern geben könne, sagte Rajoy: „Keine. Das Leben geht weiter und die PP ist eine große Partei.“

Die PP wird ihren neuen Vorsitzenden auf einem außerordentlichen Parteitag am 20. und 21. Juli in Madrid wählen. Als Favoriten für die Rajoy-Nachfolge gelten zwei Frauen: PP-Generalsekretärin und Ex-Verteidigungsministerin María Dolores de Cospedal sowie die frühere Vizeregierungschefin Soraya Saénz de Santamaría.

dpa

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