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#allesdichtmachen: Schauspielerin schockiert viele mit ihrem Clip zur „Dankbaratmung“- Nun gibt sie ein Statement ab

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Von: Tanja Kipke

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Über 50 Schauspieler haben die Corona-Politik kritisiert. Katharina Schlothauer empört noch immer viele mit ihrem Video. Nun reagiert sie auf Instagram.

Berlin - Die Schauspieler wollten mit ironischen und satirischen Videos die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung kritisieren. Die Reaktionen auf die Aktion sind gespaltet. In den sozialen Medien bekamen sie viel Kritik, ihnen wurde „Zynismus“ vorgeworfen. Ein „Tatort“- Star soll sogar Morddrohungen bekommen haben. Daraufhin nahmen einige der Schauspieler ihre Clips wieder offline und entschuldigten sich öffentlich. Die prominenten TV-Stars erhielten aber auch Zuspruch - zum Teil aus dem rechten Spektrum.

#allesdichtmachen: Schauspielerin Schlothauer schockierte mit ihrem Clip

An der Videoaktion nahmen viele prominente deutsche Schauspieler teil. Unter ihnen: Die „Tatort“-Kommissare Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur und Richy Müller, „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch, Nadja Uhl und Heike Makatsch. Auch Katharina Schlothauer, die viele vor allem durch ihre Rolle im ZDF-Film „Dina Foxx – Tödlicher Kontakt“ kennen, war beteiligt.

Sie steht in den sozialen Medien besonders in Kritik. In ihrem Video stellt sie die sogenannte „Dankbaratmung“ vor. Am Ende des ironischen Clips sagt Schlothauer: „Atmen sie nur ihre eigene Luft und wenn die alle ist, bestellen sie sich welche auf Amazon“. Kritiker werfen ihr vor, in dem Video einen Menschen in Atemnot imitiert zu haben. Ein Twitter Nutzer schreibt: „Muss man ihnen lassen: Witzchen übers Atmen zu machen, während andere Menschen gerade ersticken, ist schon echt ein new Level of Arschloch“.

Eine andere Nutzerin beschwert sich: „Versucht Frau Schlothauer mit ihrem widerlichen Video und ihrer Dankbaratmung die ECMO-Beatmung nachzumachen? Ich könnte nur noch kotzen!“ Auch Pflegekräfte und Intensivmediziner sind fassungslos: „Bin Intensivschwester und habe so einige Patienten ersticken sehen. Keine Luft zu bekommen, ist das Schlimmste, was es gibt. Wie kann man so etwas in die Öffentlichkeit senden?“

#allesdichtmachen: Schlothauer meldet sich mit Statement zu Wort

Nach den Anfeindungen meldete sich Schlothauer am Sonntag über Instagram zu Wort. In einem Statement erklärt sie, dass sie keine Betroffenen und deren Angehörige diffamieren oder ihr Leid in Abrede stellen wollte. Falls das passiert sei, bitte sie um Entschuldigung. Sie habe großen Respekt vor den Pflegekräften und Ärzt:innen, die sich jeden Tag dem Kampf gegen das Virus stellten.

Ihre Absicht mit dem Video war, „die Gesellschaft in der wir leben auf ironische Weise zu spiegeln“. Ihr sei ein offener, produktiver Diskurs wichtig. „Eine Assoziation zu den Auswirkungen einer Atemwegserkrankung ist nicht meine Intention. Das nicht gesehen zu haben war naiv“. Sie distanziere sich zudem klar von „rechtem Gedankengut und der AfD“.

#allesdichtmachen: Reaktionen zum Clip sind weiterhin heftig

Die Reaktionen auf das Statement sind weiterhin heftig. Nutzer sind der Meinung es reiche nicht, sich von Rechten und Querdenkern zu distanzieren. Für einen anderen Nutzer ist es unverständlich, dass Schlothauer nicht klar gewesen sei, „was sie da fabriziere“. Ein anderer Nutzer schreibt: „Ein absolut lebensverachtendes Video. Mehr Zynismus geht nicht. Die Theaterwelt schämt sich für sowas!“ Andere würden trotz des Statements die Intention des Videos weiterhin nicht verstehen.

Nicht nur die beteiligten Schauspieler mussten viel Kritik wegen der Protestaktion einstecken, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF. Ihnen wurde vorgeworfen, unausgewogen über die Video-Clips berichtet zu haben. (tkip)

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