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Sigmar Gabriel und Matthias Machnig bei Gabriels Amtsübergabe an Heiko Maas im März.

Nächster bemerkenswerter Auftritt

Altmaier verabschiedet eigenwilligen Amtsträger - und Gabriel rechnet öffentlich ab

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Mit Staatssekretär Matthias Machnig ist am Freitag eine SPD-Legende verabschiedet worden. Sigmar Gabriel nutzte die Gelegenheit zum Nachtreten - mal wieder.

Berlin - Die SPD hat am Freitag einen eigenwilligen Amtsträger verabschiedet: Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig galt als Partei-Stratege, leidenschaftlicher Raucher, Kämpfer für moderne Industriepolitik - und legte bei Pressekonferenzen schon mal einen ruppigen Tonfall an den Tag. Einen schallenden Ruf genießt Machnig in der SPD unter anderem, weil er den Wahlkampf von Gerhard Schröder 1998 managte.

Mit der Übernahme des Wirtschaftsministeriums durch CDU-Mann Peter Altmaier räumt Machnig nun allerdings den Posten. Und ein anderer Ex-Regierungsmitarbeiter hat sich nicht die Chance nehmen lassen, den Termin für einen weiteren krachenden Auftritt zu nutzen: Sigmar Gabriel.

„Mit mir und ihm ist kein Wort gesprochen worden“

Gabriel dankte ausdrücklich dem CDU-Minister Altmaier, dass er so eine Verabschiedung für einen SPD-Staatssekretär organisiere - und gab den Parteifreunden einen mit. „Weder mit mir noch mit ihm ist ein einziges Wort gesprochen worden“, sagte Gabriel mit Blick auf ihn und Machnig und die neue SPD-Spitzenriege, die den verdienstvollen Politikern keinen Abschied zukommen ließ.

Der Minister a.D. war ohne Krawatte erschienen und meinte: „Ich bewege mich vom Outfit her ja wie ein Freelancer. Das ist einer der wenigen Vorteile, wenn man rausgeschmissen wird.“

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Gabriel war in der letzten Großen Koalition erst Wirtschafts-, dann Außenminister. Die neue SPD-Spitze um Olaf Scholz und Andrea Nahles wollte ihn nun aber nicht mehr in der Regierung haben, weshalb das Duo Machnig/Gabriel aus der ersten Reihe der Politik ausscheidet.

Wenn Enttäuschung mit Händen greifbar wird...

Immerhin für seinen Weggefährten Machnig hatte Gabriel lobende Worte übrig. „Er liebt seine Frau, aber er hat auch ein libidinöses Verhältnis zur SPD“, scherzte der frühere SPD-Parteichef. Er bezeichnete Machnig als „political animal“, auf den er sich immer habe verlassen können - auch hier schien ein Seitenhieb mitzuschwingen.

Auch Machnig schlug in die gleiche Kerbe: „Aus meiner Partei habe ich selten solche Worte gehört“, sagte Machnig dabei zu Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ob der Lobeshymnen bei der Verabschiedung.

Altmaier meinte, er habe als zwischenzeitlicher geschäftsführender Finanzminister (wegen der langen Regierungsbildung) auch den SPD-Staatssekretär Werner Gatzer, den Architekten der „Schwarzen Null“, mit großem Bahnhof im Finanzministerium verabschiedet. „Was war das Ergebnis? Nach vier Monaten war er wieder da.“ Denn Gatzer wurde vom neuen Finanzminister Scholz zurückgeholt. Machnig aber will erstmal eine Auszeit nehmen - aber wer ihn kennt weiß: Die nächsten 10-Punkte-Papiere zur Rettung der SPD kommen bestimmt.

Lesen Sie auch: Gabriel rechnet mit der deutschen Politik ab - und regt eine große Debatte an

dpa/fn

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