"Täter respektieren Würde nicht"

Amnesty verurteilt Übergriffe gegen Frauen

Köln - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten scharf verurteilt.

"Diese Übergriffe sind schwerwiegende Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit von Frauen", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland, Selmin Caliskan, am Dienstag. "Die Täter haben auf abstoßende Weise gezeigt, dass sie die Würde von Frauen nicht respektieren."

Grundsätzlich müsse jede Form sexualisierter Gewalt gegen Frauen strafrechtlich verfolgt werden, unabhängig von der angenommenen Herkunft der Täter. "Sexualisierte Gewalt gegen Frauen findet in der gesamten Bevölkerung statt", betonte Caliskan. Amnesty fordere seit langem eine Verschärfung des deutschen Sexualstrafrechts nach dem Grundsatz "Nein heißt Nein!". Schon die offensichtlich fehlende Zustimmung zu einer sexuellen Handlung müsse als sexuelle Nötigung gelten.

Amnesty warnt nach den Ereignissen von Köln aber auch vor einer Zunahme rassistischer Hetze aus der Mitte der Gesellschaft und einem Anstieg rassistisch motivierter Gewalt gegen Flüchtlinge sowie gegen Menschen mit Migrationshintergrund. "Wir beobachten mit großer Sorge, dass rechtsextreme Gruppen, aber auch einige konservative Politiker das Thema der sexualisierten Gewalt gegen Frauen instrumentalisieren, um Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund vorzuverurteilen", erklärte Caliskan.

"Die Ereignisse der Silvesternacht von Köln dürfen keinen Einfluss auf die deutsche Flüchtlingspolitik haben", mahnte Caliskan. "Die Bundesregierung darf nicht zulassen, dass die Straftaten von einigen Männern das Schicksal von mehr als 1,1 Millionen Flüchtlingen in Deutschland bestimmen."

Zur aktuellen Debatte über eine mögliche Verschärfung des Abschieberechts sagte Caliskan: "Grundsätzlich gilt, dass kein Mensch in sein Heimatland abgeschoben werden darf, wenn ihm dort Verfolgung, Folter oder Tod drohen. Alles andere wäre ein Verstoß gegen internationales Recht."

afp

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte und faire Kontrolle nach den Regeln unserer Netiquette nicht mehr möglich ist.

Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Beiträgen zu diesem Thema eine Kommentarmöglichkeit.

Sie können sich beispielsweise unter diesem Artikel zum Thema äußern.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CSU sucht Strategie im Kampf gegen die AfD - Kirchpolitik als Hoffnungsschimmer
Ignorieren? Rempeln? Rechts überholen? Die CSU überarbeitet die Rezepte im Kampf gegen die AfD. Nach mehreren Strategiewechseln macht sich in der Partei eine gewisse …
CSU sucht Strategie im Kampf gegen die AfD - Kirchpolitik als Hoffnungsschimmer
Neue Jobs für Arbeitslose geplant
Hunderttausende Menschen in Deutschland sind trotz brummender Konjunktur dauerhaft arbeitslos. Nun will die Regierung mit staatlich bezahlten Jobs Abhilfe schaffen. …
Neue Jobs für Arbeitslose geplant
Trump nach Gipfel mit Putin: "Ich bin nicht pro-russisch"
Von wegen basta. Die Nachwehen vom denkwürdigen Auftritt von US-Präsident Trump auf dem Helsinki-Gipfel mit Kremlchef Putin halten an. Erst muss Trump öffentlich …
Trump nach Gipfel mit Putin: "Ich bin nicht pro-russisch"
Ungarns Regierungschef Viktor Orban besucht Israel
Tel Aviv (dpa) - Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban besucht von Mittwoch bis Freitag Israel. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums ist es Orbans erste …
Ungarns Regierungschef Viktor Orban besucht Israel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion