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Türkische Artillerie feuert bei Afrin in Richtung der Kurdenmiliz YPG. Foto: AP

Krieg in Syrien

Türkei will trotz US-Kritik an Offensive in Afrin festhalten

Die Türkei hält sich nicht an die UN-Resolution zur Waffenruhe in Syrien. Aus Ankara hieß es, man sehe sich nicht als Kriegspartei, sondern führe in der nordsyrischen Region Afrin einen Kampf gegen "Terrororganisationen".

Istanbul (dpa) - Trotz scharfer Kritik aus den USA fühlt sich die Türkei nicht an die UN-Resolution über eine Waffenruhe in Syrien gebunden und will ihre Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Afrin fortsetzen.

Die Türkei sehe sich nicht als eine der Kriegsparteien und führe in der nordsyrischen Region Afrin einen Kampf gegen "Terrororganisationen" teilte das Außenministerium in Ankara am Mittwoch zur Begründung mit. Zudem werde Afrin im Resolutionstext nicht explizit als Region aufgezählt, in der die humanitäre Lage besorgniserregend sei.

Die Türkei empfehle den USA, "statt Erklärungen abzugeben, die Terroristen unterstützen, sich darauf zu konzentrieren, die Angriffe des (syrischen) Regimes auf unschuldige Zivilisten zu stoppen", erklärte das Ministerium.

Ankara reagierte damit auf Äußerungen der Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Sie hatte am Dienstag betont, dass die UN eine Waffenruhe in ganz Syrien forderten, und der Türkei empfohlen, den Resolutionstext noch einmal zu lesen.

Am Montag hatte schon Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Angaben des Élyséepalasts in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan betont, dass die UN-Resolution auch die türkische Offensive in Afrin umfasse. Das türkische Außenministerium dementierte am Mittwoch, dass es bei dem Telefonat in dem Zusammenhang um Afrin gegangen sei. Die Türkei sieht die YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

UN-Resolution zur Waffenruhe in Syrien

Erklärung Außenministerium

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