Mangel an Regulierungen

Amnesty: Waffengewalt in den USA ist Menschenrechtskrise

Die Organisation Amnesty International sieht die Waffengewalt in den USA als Krise für die Menschenrechte in dem Land.

Washington/New York/Berlin - „Solange die Regierung nichts gegen die Waffengewalt unternimmt, können die Menschenrechte für niemanden in den USA als sicher gelten“, sagte die Direktorin der US-Sektion, Margaret Huang, am Mittwoch. „Die Möglichkeit, ein Leben in Sicherheit und Würde führen zu können sowie frei von Angst, ist der Grundpfeiler der Menschenrechte.“ In den USA hält Amnesty das nicht für gegeben. Im Jahr 2016, für das die aktuellste Statistik vorliege, seien in den USA mehr als 116 000 Menschen durch Waffengewalt verletzt und fast 39 000 Menschen getötet worden.

Amnesty prangert Mangel an Regulierungen an

Die Menschenrechtsorganisation legte einen Bericht zur Waffengewalt in den USA vor, in dem sie einen Mangel an Regulierungen anprangert. „Die US-Regierung räumt dem Recht auf Waffenbesitz eine höhere Bedeutung ein als grundlegenden Menschenrechten“, beklagte Huang. „Obwohl zahlreiche Lösungen vorgeschlagen wurden, offenbart sich ein erschreckender Mangel an politischem Willen, Menschenleben zu schützen.“ Ein landesweites Registrierungssystem für Waffen etwa gebe es in den USA nicht. 30 US-Bundesstaaten verlangten auch keinen Waffenschein oder eine andere Genehmigung, um Pistolen zu kaufen.

Dem Amnesty-Bericht zufolge ist die Gefahr, durch Waffengewalt zu sterben, für Schwarze 20 Mal höher als in der Vergleichsgruppe weißer Amerikaner. Unter schwarzen Männern und Jungen zwischen 15 und 34 Jahren sei Waffengewalt die häufigste Todesursache.

Angesichts regelmäßiger Schießereien unter anderem an Schulen gibt es seit langem Diskussionen über eine mögliche Verschärfung der US-Waffengesetze.

Erst Ende August starben mehrere Personen durch Schüsse bei einem Videospiel-Turnier in Florida. Knapp einen Monat zuvor hatte eine Debatte um Waffen aus dem 3D-Drucker für Aufsehen gesorgt

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Kamil Krzaczynski (Symbolbild)

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