1. Startseite
  2. Politik

Drosten zerreißt Corona-Ansage der Ampel-Parteien: „Wer das noch nicht kapiert hat ...“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franziska Schwarz

Kommentare

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Berlin, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie teil.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Berlin, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie teil. © Michael Kappeler/dpa

SPD und FDP im Bund sind gegen eine Corona-Impfpflicht - zumindest eine generelle. Der Virologe Christian Drosten hat offenbar Zweifel, dass Deutschland die Pandemie so meistern kann.

Berlin - Das Nachbarland Österreich greift in der Not nun zur allgemeinen Impfpflicht. „Die wird‘s nicht geben“, gab sich Außenminister Heiko Maas (SPD) kategorisch, was die Einführung einer Corona-Impfpflicht hierzulande angeht. „Weil wir es nicht für notwendig halten, weil wir es auch aus verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten für schwierig halten.“

Deutlich ermutigender sind die Infektionszahlen in Deutschland in der Pandemie aber keineswegs. Die Positionierung der Ampel-Parteien in der Impfpflicht-Frage brachte daher den Virologen Christian Drosten dazu, umgehend in einem Tweet zu warnen. „Ein fast vollständiges Schließen der Impflücken ist durch nichts zu ersetzen“, betonte der Institutsdirektor an der Berliner Charité. „Wer das noch nicht kapiert hat, hat es noch nicht kapiert.“ Dazu verlinkte er einen Zeitungsartikel über Maas‘ Statement.

„Boostern“ könne die Inzidenz im Winter zwar beruhigen, aber mit der aktuellen Lücke käme Deutschland nicht in die endemische Situation, schrieb Christian Drosten außerdem.

Streit um die Corona-Impfpflicht: Aschenberg-Dugnus geht Söder an

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus wiederum kritisierte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), weil er sich offen für eine (teilweise) Corona-Impfpflicht gezeigt hatte. Eine solche „Drohkulisse“ helfe niemandem. „Gerade die Länder mit dramatischen Corona-Zahlen sollten sich darauf konzentrieren, wie vereinbart die Impfangebote auszuweiten und die neuen Corona-Maßnahmen umzusetzen“, sagte sie der Bild-Zeitung vom Samstag.

In Österreich beginnt am Montag (22. November) ein neuer Lockdown, der auch Geimpfte betrifft und maximal 20 Tage lang dauern soll. Zudem muss am 1. Februar jeder in Österreich vollständig gegen Corona geimpft sein - ansonsten drohen Strafzahlungen. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz in dem Land lag zuletzt über 1000.

Neue Umfrage zu allgemeiner Corona-Impfpflicht mit klarem Ergebnis

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet indes eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Das ergab zumindest jetzt eine Umfrage, welche die Bild am Sonntag (Bams) in Auftrag gegeben hatte. Das Insa-Institut ermittelte, dass 52 Prozent der Befragten dafür, und 41 Prozent dagegen seien. Die übrigen sieben Prozent waren unentschieden oder machten keine Angaben.

In einer kürzlichen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/n-tv sprachen sich sogar 64 Prozent der Befragten für eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland aus. 36 Prozent waren dafür, dass eine Impfung freiwillig bleiben sollte. Mehrheitlich gegen eine allgemeine Corona-Impfflicht waren der Befragung zufolge nur noch die AfD-Anhänger mit 72 Prozent. (frs)

Auch interessant

Kommentare