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„Was nun?“ Bald-Minister Lindner kontert ZDF-Frage kühl

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Von: Patrick Mayer

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Im ZDF zur „Ampel“ befragt: Grünen-Chef Robert Habeck (2.v.re.) und FDP-Boss Christian Lindner (re.).
Im ZDF zur „Ampel“ befragt: Grünen-Chef Robert Habeck (2.v.re.) und FDP-Boss Christian Lindner (re.). © Screenshot ZDF

Christian Lindner wird unter dem künftigen Kanzler Olaf Scholz (SPD) neuer Bundesfinanzminister. Der FDP-Chef nutzt den Ampel-Durchbruch für eine Breitseite gegen CDU und CSU.

München/Berlin - Es war ein Auftritt, der belegen dürfte, wie selbstbewusst Christian Lindner (FDP) seine Rolle in der künftigen Bundesregierung ausfüllen wird. Gemeinsam mit Grünen-Chef Robert Habeck war der FDP-Boss nach Verkündung des Ampel-Bündnisses unter einem künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in die Sendung „Was nun, Herr Habeck? Was nun, Herr Lindner?“ des ZDF geladen worden.

Christian Lindner: FDP-Chef wird in der Ampel-Regierung neuer Bundesfinanzminister

Ein Rückblick: Im November 2017 hatte die FDP unter Lindner die Sondierungsgespräche mit CDU/CSU und Grünen zu einer möglichen Jamaika-Koalition für gescheitert erklärt - nach vier Wochen Verhandlungen.

Der 42-Jährige wurde nun noch einmal daran erinnert. Als er antwortete, stichelte er sogleich gegen die Union aus CDU und CSU, die sich nach der für sie katastrophalen Bundestagswahl 2021 und dem Machtkampf zwischen dem gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und dem bayerischen CSU-Vorsitzenden Markus Söder derzeit sammelt.

CDU und CSU sind gegenwärtig gar nicht in der Lage, eine Regierung zu tragen.

FDP-Chef Christian Lindner

„Im Gegensatz zu 2017 gibt es keine Regierungsalternative, das muss man in Erinnerung rufen. CDU und CSU sind gegenwärtig gar nicht in der Lage, eine Regierung zu tragen“, meinte Christian Lindner, der im Kabinett von Olaf Scholz neuer Bundesfinanzminister wird, im ZDF. Und sagte: „Deswegen gab es zu Beginn der Gespräche keine Alternative.“ Der sonst so smarte Lindner wurde dann auch noch dünnhäutig, als ZDF-Moderator Peter Frey ihn auf seine unerwarteten Lobhuldigungen auf Scholz ansprach.

Im Video: Bald-Ampel-Minister Christian Lindner (FDP) äußert sich zum Koalitionsvertrag

„Ich bin überrascht, dass der Ausdruck von Respekt von manchen in Gönnerhaftigkeit umgedeutet wird - zum Beispiel von Ihnen“, entgegnete der Vorsitzende der Liberalen dem Journalisten. Auf Nachfrage meinte Lindner kühl: „Ich habe bereits geantwortet.“ Es war ein intensives Gespräch vor Millionenpublikum im öffentlich-rechtlichen Sender, bei dem es freilich auch um die Corona-Pandemie in Deutschland ging.

Christian Lindner: FDP-Chef stichelt gegen Markus Söders CSU und die CDU

„Ich bin der geselligste Mensch, aber wir müssen unsere Kontakte reduzieren“, erklärte Lindner zu den kommenden Wochen in der vierten Welle. Im neuen Ampel-Koalitionsvertrag konnte er indes viele seiner Forderungen durchsetzen - Lindner exemplarisch: „Es gibt keine Steuererhöhungen und die Schwarze Null werden wir einhalten.“ Erste Ziele hat der FDP-Mann erreicht, Sticheleien gegen die bald oppositionelle CDU und Söders CSU inklusive. (pm)

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