1. Startseite
  2. Politik

Nach Anschlag auf Reporter: TV-Studio nach Drohungen geräumt - Anwalt spricht von „Psychoterror“

Erstellt:

Kommentare

Blumen, Kerzen und eine Botschaft mit „Fight Peter“ liegen am Tatort. Der auch international bekannte Kriminalreporter Peter R. de Vries war am Dienstagabend an dieser Stelle in Amsterdam niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden.
Menschen legen am Tatort in Amsterdam Blumen, Kerzen und Botschaften nieder. © Koen Van Weel/dpa

Wenige Tage nach dem Anschlag auf den Kriminalreporter Peter de Vries meldet sich nun sein Sohn in den sozialen Netzwerken. Ein Anwalt spricht währenddessen von Psychoterror.

Amsterdam - Der mutmaßliche Mordanschlag auf Kriminalreporter Peter R. de Vries lähmt noch immer die Niederlande, der Journalist liegt auch Tage dem Angriff schwer verletzt in einer Klinik. Am Samstag dann der nächste Zwischenfall: das Studio eines TV-Senders in Amsterdam musste geräumt werden. Kurz zuvor waren Drohungen eingegangen. Ein Anwalt spricht nun von Psychoterror, währenddessen meldet sich der Sohn des Opfers mit einem bewegenden Bild.

Amsterdam: Anschlag auf Kriminalreporter - RTL-Studio am Samstag nach Drohungen geräumt

Es war ein feiger Anschlag, der am Dienstagabend das Zentrum von Amsterdam lähmte. De Vries war vor dem TV-Studio auf offener Straße niedergeschossen und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Zuvor war er in der Live-Sendung „RTL Boulevard“ aufgetreten. Gegen genau diese TV-Sendung waren am Samstag Drohungen ausgesprochen worden, das Studio im Zentrum der niederländischen Hauptstadt war kurz darauf aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Das bestätigte der Sender RTL.

Ein Behördensprecher erklärte, es sei eine ernstzunehmende Drohung gegen die Sendung eingegangen. Justizminister Ferd Grapperhaus sagte, es seien „sichtbare und auch unsichtbare Maßnahmen“ ergriffen worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Amsterdam: Nach Anschlag auf Kriminalreporter - Anwalt spricht von Psychoterror

Der mit De Vries befreundete Rechtsanwalt Peter C. Schouten, schrieb in einer Reaktion auf Twitter: „Vielleicht wird es Zeit, Einheiten der Armee oder der Königlichen Gendarmerie einzusetzen, um Medienunternehmen vor Psychoterror zu schützen.“ Der Anwalt steht in einem großangelegten Prozess gegen eine Drogenbande dem Kronzeugen bei, den De Vries bislang als Vertrauensperson beriet.

Unklar ist bislang, ob sich der Gesundheitszustand des Journalisten verbessert habe. Laut Medienberichten befinde sich de Vries noch immer in kritischem Zustand. Sein Sohn, Royce de Vries, meldete sich nun mit einem älteren Familienfoto in den sozialen Netzwerken. Auf der Aufnahme ist Peter de Vries gemeinsam mit seinem Sohn zu sehen. Tausende Menschen markierten das am
Samstag auf Twitter veröffentlichte Bild mit „Gefällt mir“.

Anschlag auf Peter de Vries: Zwei Männer festgenommen - Untersuchungshaft zunächst verlängert

Kurz nach dem Anschlag waren zwei Männer festgenommen worden. Ein 21-jähriger Rotterdamer soll der Schütze sein. Ein 35 Jahre alter Pole mit Wohnsitz im Dorf Maurik im Südosten der Niederlande soll das Fluchtauto gefahren haben. Die Untersuchungshaft der beiden Tatverdächtigen wurde am Freitag um zunächst zwei Wochen verlängert.

Die Polizei nannte bislang keine Einzelheiten über Hintergründe oder Motive des Anschlags. Weithin wird in den Niederlanden das
organisierte Verbrechen dafür verantwortlich gemacht.

Auch interessant

Kommentare