Donald Trump legt bei seiner Amtseinführung als US-Präsident den Amtseid ab.
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Donald Trump legt bei seiner Amtseinführung als US-Präsident den Amtseid ab.

„Ich schwöre feierlich“

Amtseid des US-Präsidenten: Was er schwört und was dabei schon schief gegangen ist

  • Robert Märländer
    vonRobert Märländer
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Es sind nur einige einfache Worte, doch der Amtseid der US-Präsidenten ging nicht immer sauber über die Bühne. Hier finden Sie Original und deutsche Übersetzung.

Washington D.C. - Am immer gleichen Tag hebt ein US-Präsident die Hand und schwört auf die Verfassung der Vereinigten Staaten. Viele Traditionen hängen mit diesem Moment zusammen. Zum Beispiel, dass US-Präsidenten zum Schwur die Hand auf die Bibel legen und klar geregelt ist, wer den Amtseid abnimmt. Wenn man es ganz genau nimmt, ist aber an der gesamten Zeremonie nur eine Sache verpflichtend: der richtige Wortlaut für den Amtseid. Und selbst damit hat man es nicht immer ganz genau genommen.

Amtseid des US-Präsidenten im Wortlaut

Der Amtseid, den ein US-Präsident ablegt, ist in der Verfassung der Vereinigten Staaten verankert. Der Wortlaut findet sich dort in Artikel II, Abschnitt I und lautet wie folgt:

„I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.“

Amtseid des US-Präsidenten: Deutsche Übersetzung

Die Übersetzung der US-Verfassung durch die Botschaft der USA formuliert den vollständigen Amtseid so:

„Ich schwöre (oder gelobe) feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will.“

In manchen deutschen Übersetzungen mag der Amtseid der US-Präsidenten etwas altertümlich wirken. Kaum jemand würde heute davon sprechen, etwas „getreulich verwalten“ zu wollen. Dabei sollte man aber im Blick behalten, dass die Wortwahl des Originals auf das 18. Jahrhundert zurückgeht.

US-Präsident kann Amtseid mit oder ohne religiöses Bekenntnis wählen

In der Regel endet der Amtseid noch mit einem „so help me God“, was im Deutschen der bekannten Formel „so wahr mir Gott helfe“ entspricht. Die US-Verfassung kennt keine Pflicht zu diesem religiösen Bekenntnis. In der Regel entscheiden sich US-Präsidenten aber dafür, diese Passage am Ende hinzuzufügen.

Eine weitere Variation ist hingegen sehr wohl in der Verfassung angelegt. Der Amtseid verlangt, dass der US-Präsident entweder „schwört“ oder „gelobt“. Die Entscheidung liegt ganz bei ihm. Für die weiteren Amtsgeschäfte macht das keinen Unterschied.

Zeitpunkt für den Amtseid während der Amtseinführung

Alle vier Jahre am 20. Januar beginnt in der Abfolge der US-Präsidenten eine neue Amtszeit. Wenn ein Kandidat neu ins Amt gewählt wurde, übernimmt er an diesem Tag um 12 Uhr die Amtsgeschäfte. Wenige Minuten nach 12 Uhr legt der Präsident den Eid für die neue Amtszeit ab, und zwar gegenüber dem Chief Justice (Oberster Bundesrichter). Es könnte aber auch eine andere Person den Eid abnehmen. Hierzu gibt es keine feste Regel in der Verfassung.

Was in Erinnerung bleibt, ist zumeist ohnehin die pompöse Kulisse, die besonders für die Amtseinführung eines neuen US-Präsidenten in der Hauptstadt Washington D.C. aufgebaut wird. Mehr Beachtung als der immer gleiche Amtseid erhält jedes Mal aufs Neue die Rede des US-Präsidenten an diesem Tag.

Pannen während des Amtseids - Wenn US-Präsidenten und Richter die Wörter verdrehen

Die größte Panne der jüngeren Vergangenheit ereignete sich bei Barack Obamas Amtseinführung im Januar 2009. Der Oberste Richter John Roberts versprach sich, während er den Amtseid vorlas, was umgehend auch Barack Obama verbal ins Straucheln brachte. Nach kurzer Unklarheit brachten beide Männer einen holprigen Amtseid über die Bühne - doch der entsprach nicht dem vorgeschriebenen Wortlaut. Roberts und Obama wiederholten die Vereidigung deshalb einen Tag später im Weißen Haus, um mögliche rechtliche Probleme zu verhindern.

Versprecher beim Amtseid sind allerdings keine Seltenheit, wenn man in der Liste der US-Präsidenten nach Beispielen sucht. Ähnliche Probleme hatten zuvor beispielsweise Richard Nixon und Lyndon B. Johnson, ohne dass es so hohe Wellen geschlagen hätte wie bei Obama. Dwight D. Eisenhower schaffe es sogar, bei seinen beiden Vereidigungen denselben Fehler in der Formulierung einzubauen, obwohl ihm die Richter beide Male den korrekten Text vorgaben. Sein Amt als US-Präsident behielt er natürlich trotz dieser Formfehler. (rm)

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