Das Kapitol ist am 14.01.2017 in Washington (USA) zu sehen.
+
Die Amtseinführung des US-Präsidenten folgt einer traditionellen, im Laufe der Jahre gewachsenen Zeremonie.

Staatsakt von nationaler Bedeutung

Amtseinführung des US-Präsidenten: Wann ist der Termin und wie ist der Ablauf?

In der Verfassung festgeschrieben ist bei der Amtseinführung des US-Präsidenten lediglich der Eid. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich jedoch zahlreiche Ereignisse zu Traditionen entwickelt. Ein Überblick über den Ablauf, den Ort und die Hintergründe der Vereidigung des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten.

  • Am 20. Januar 2021 wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten ins Amt eingeführt.
  • Der Amtseid für die Amtseinführung des US-Präsidenten ist in der Verfassung festgeschrieben und folgt dem Wortlaut George Washingtons vom 30. April 1789.
  • Die Vereidigung beginnt um Punkt 12 Uhr mittags auf den Stufen des Kapitols.

Washington – Am 20. Januar 2021 wird der 46. US-Präsident vereidigt. Die Zeremonie findet seit 1801 in Washington statt. Zuvor war der Federal in New York Ort des Geschehens. Der 20. Januar wurde erstmals im Jahr 1937 als Datum festgeschrieben. Bis dahin legte der im November gewählte Präsident am 4. März seinen Eid ab.

Amtseinführung des US-Präsidenten: Hintergründe und Daten

Der Beginn einer neuen Amtszeit des US-Präsidenten ist traditionell von Feierlichkeiten begleitet. Diese beginnen laut des ersten Absatzes des 20. Zusatzartikels der amerikanischen Verfassung um 12 Uhr mittags am 20. Januar im Jahr nach der Wahl. Dem Eid geht die Einführung des Vizepräsidenten voraus. Das soll sicherstellen, dass dieser den Posten im Falle des plötzlichen Todes des gewählten Präsidenten übernimmt.

Amtseinführung des US-Präsidenten: Traditionelle Elemente

Verfassungsrechtlich vorgeschrieben ist für den Präsidenten nur die Ablegung des Eids. Im Anschluss daran ist er rechtmäßiger Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Im Laufe der Jahre wurde aus einer kurzen Zeremonie jedoch ein über mehrere Tage andauerndes Großereignis mit festem Ablauf:

  • Gottesdienst
  • Teezeremonie
  • Eidablegung
  • Antrittsrede
  • Parade
  • Bälle

Amtseinführung des US-Präsidenten: Traditionen im Laufe der Jahrhunderte

Mit nahezu jeder Amtseinführung eines US-Präsidenten kamen neue Ereignisse hinzu, die zu Traditionen wurden.

Franklin D. Roosevelt führte den morgendlichen Besuch des Gottesdienstes im Jahr 1933 ein. Seit Rutherford B. Hayes 1877 treffen sich alter und neuer Amtsinhaber traditionell zum Tee. Anschließend begeben sie sich gemeinsam zur Vereidigung vor dem Kapitol.

Seit der ersten Amtseinführung eines US-Präsidenten hält dieser zum Amtsantritt eine Rede. Vier verzichteten darauf: John Tyler, Millard Fillmore, Andrew Johnson und Chester A. Arthur. Sie alle folgten auf ein während seiner Amtszeit verstorbenes Staatsoberhaupt.

Seit der zweiten Amtseinführung Thomas Jeffersons am 4. März 1805 hat sich die Parade vom Kapitol über die Pennsylvania Avenue zum Weißen Haus etabliert. Weil das Wetter bei der zweiten Vereidigung von Ronald Reagan 1985 Feierlichkeiten im Freien nicht zuließ, verlegte man sie direkt in den Amtssitz des Präsidenten. Die Parade fiel daher aus.

Die traditionellen Bälle finden seit der Eidablegung des vierten Präsidenten James Madison im Jahr 1809 statt. Woodrow Wilson verzichtete während der Prohibition erstmals darauf, seine Nachfolger folgten seinem Beispiel. Harry Truman führte sie wieder ein – seitdem hat sich die Zahl der Bälle stetig vergrößert.

Für die Amerikaner ist die Amtseinführung des US-Präsidenten ein nationales Großereignis. Am 20. Januar um 12 Uhr legen sie ihre Arbeit nieder, bis zu zwei Millionen Menschen pilgern nach Washington.

Amtseinführung des US-Präsidenten: Der Eid

Der Eid hat einen festgesetzten Wortlaut, dem bislang jeder Präsident ein „So help me God“ („So wahr mir Gott helfe“) hinzufügte:

“I (Name) do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.”

„Ich, [Name], schwöre [oder bekräftige] feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.“

Die Möglichkeit, das religiös geprägte „swear“ durch ein „affirm“ zu ersetzen, wird ermöglicht, falls seine Überzeugungen es dem gewählten Präsidenten verbieten, einen Schwur zu leisten.

Auch interessant

Kommentare