Diesmal unfreiwillig im Mittelpunkt des Spektakels in Washington: US-Präsident Donald Trump muss ein Amtsenthebungs-Verfahren befürchten.
+
Diesmal unfreiwillig im Mittelpunkt des Spektakels in Washington: US-Präsident Donald Trump muss ein Amtsenthebungs-Verfahren befürchten.

US-Präsident und die „Ukraine-Affäre“

Kommentar zum Amtsenthebungs-Verfahren gegen Trump: Spektakel mit geringen Chancen

  • Friedemann Diederichs
    vonFriedemann Diederichs
    schließen

Donald Trump droht wegen der „Ukraine-Affäre“ ein Amtsenthebungs-Verfahren. Doch muss der US-Präsident wirklich um sein Amt fürchten? Ein Kommentar von Korrespondent Friedemann Diederichs.

München - Noch nie ist ein US-Präsident durch ein Amtsenthebungs-Verfahren vorzeitig aus dem Weißen Haus entfernt worden. Richard Nixon kam in der Watergate-Affäre einer solchen historischen Sanktion mit seinem Rücktritt zuvor.

Amtsenthebungs-Verfahren gegen Trump: Rücktritt von US-Präsident ausgeschlossen

Donald Trump, der lebenslange Egomane, wird einen solchen Schritt nicht tun - zumal seine Republikaner bisher noch ziemlich geschlossen hinter ihm stehen und seine Kritik einer „Hexenjagd“ übernommen haben. Die Demokraten sehen hingegen in der Ukraine-Affäre und dem Druck des Präsidenten auf Kiew mit dem Ziel, „Schmutz“ über den Rivalen Joe Biden zu sammeln, einen Verfassungsbruch. Doch wo liegt die Wahrheit?

Vermutlich irgendwo in der Mitte. Die Bürger, die von diesem Mittwoch an live das TV-Spektakel auf dem Kapitol verfolgen werden, dürften sich bald fragen: Kommt das, was Trump getan hat, tatsächlich einem laut der Verfassung für ein „Impeachment“ erforderlichen schweren Verbrechen nahe?

Amtsenthebungs-Verfahren gegen Trump: Nur weitere schwerwiegende Sünden könnten US-Präsident stürzen

Oder treibt die Opposition auch der Frust, dass man Trump nach dem Bericht von Russland-Sonderermittler Robert Mueller politisch keinen Strick drehen konnte? Das Spektakel dürfte entlang der Parteilinien verlaufen. Sollten nicht noch neue schwerwiegende Sünden Trumps bekannt werden, so wird dieser ziemlich sicher vom Senat dank der Mehrheit der Konservativen freigesprochen werden. 

Die Ex-Botschafterin aus Kiew, die als Zeugin in dem Verfahren aussagen wird, fühlt sich von Donald Trump bedroht. Derweil verlacht der US-Präsident das Amtsenthebungs-Verfahren als „Scherz“. Im Streit um illegale Wahlkampfhilfe wurde der Republikaner zu einer Millionen-Zahlung verdonnert.

Gibt einem möglichen Amtsenthebungs-Verfahren gegen Donald Trump wenig Chancen: US-Korrespondent Friedemann Diederichs kommentiert das Polit-Spektakel in den Staaten.

Friedemann Diederichs

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump und der Demenztest - Konkurrent Joe Biden reagiert verärgert auf Reporterfrage - „Sind Sie ein Junkie?“
US-Präsident Donald Trump lässt das Thema Gesundheitstest nicht los. Im TV brüstet er sich erneut mit Testresultaten - und bekommt eine eindeutige Reaktion.  Joe Biden …
Trump und der Demenztest - Konkurrent Joe Biden reagiert verärgert auf Reporterfrage - „Sind Sie ein Junkie?“
Kommentar: Wer Covidiot sagt, macht es sich zu leicht
Immer lautstärker melden sich die Gegner der Berliner Coronapolitik zu Wort. Lauter „Covidioten“? Das darf nicht die einzige Antwort der Politik auf den Aufschrei …
Kommentar: Wer Covidiot sagt, macht es sich zu leicht
Stephan Ernst gesteht tödlichen Schuss auf Lübcke
Der Hauptverdächtige im Mordfall Lübcke räumt erstmals vor Gericht die Tat ein. Damit kehrt er zu seinem ersten, widerrufenen Geständnis zurück. Allerdings gibt es einen …
Stephan Ernst gesteht tödlichen Schuss auf Lübcke
Greta Thunberg: Bittere Abrechnung mit der Politik - auf Instagram wird sie deutlich
Klimaschützerin Greta Thunberg ist für ihre manchmal unbequeme Deutlichkeit bekannt. Jetzt rechnet sich auf Instagram mit der Politik ab.
Greta Thunberg: Bittere Abrechnung mit der Politik - auf Instagram wird sie deutlich

Kommentare