Aus Umweltgründen drosselt Tirol am Freitag den Lkw-Verkehr

An Inntal-Grenze droht mehr Stau

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Die Inntal-Autobahn A 93 dürfte künftig noch häufiger zu einem Nadelöhr werden als ohnehin schon. Grund ist, dass die Tiroler Landesregierung an Tagen mit großer Lkw-Belastung eine Blockabfertigung für Lastwagen einführen will.

München/Kufstein – Nach einem ersten Test Anfang Oktober wird die Maßnahme an diesem Freitag erneut erprobt. Weil die Lastwagen schon am heutigen Donnerstag, dem österreichischen Nationalfeiertag, in Tirol nicht fahren dürfen, warnt die bayerische Polizei vor langen Staus.

Tirol rechtfertigt die Blockabfertigung, bei der ab 5 Uhr früh an der Grenze Kufstein-Nord stündlich nur noch maximal 300 Lkw Richtung Süden durchgelassen werden, mit der Dauerbelastung durch Lärm und Abgase. Die Grenze „für Mensch und Natur“ sei „überschritten“, sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) unserer Zeitung. Am Brenner würden es in diesem Jahr deutlich mehr als zwei Millionen Lkw sein. „Das ist neuer Rekord.“ Platter forderte eine neue europäische Verkehrspolitik. Es müsse eine einheitliche Maut in einem Korridor von München bis Verona geben. In Deutschland ebenso wie in Südtirol und Trentino sei die Lkw-Maut heute um ein Fünffaches niedriger als in Tirol. Daher lohne es sich nicht, Güter auf die Schiene zu verlagern. Speziell in Bayerns sei es zudem notwendig, weitere Gleise als Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel durch das bayerische Inntal zu bauen. Platter kündigte an, der Test der Blockabfertigung werde ausgewertet und dann „institutionalisiert“.

Lesen Sie auch: Wegen Lkw-Kolonnen: Grenzkonflikt zwischen Bayern und Tirol 

Aus Bayern kommt Protest gegen die Tiroler Vorgehensweise. Bei allem Verständnis für die Bemühungen Tirols sei „ein Vorgehen mit der sprichwörtlichen Brechstange zu Lasten Bayerns nicht sinnvoll“, erklärte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) gegenüber unserer Zeitung. Die Blockabfertigung sei ein Verstoß gegen den Grundsatz der europäischen Warenverkehrsfreiheit. Er sehe das „mit Sorge“. Platter bot er an, „gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen“.  dw

Rubriklistenbild: © dpa

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