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Ukraine-Fiasko für Russland? Putins Berater „alle nervös“ - Experten analysieren schonungslos

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Von: Patrick Mayer

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Russland erleidet im Ukraine-Krieg laut verschiedener Berichte hohe Verluste. Die Truppen von Putin kommen demnach kaum voran. Analysten schätzen die Lage für Moskau ein.

München/Kiew/New York - Hat sich Moskaus Machthaber Wladimir Putin im Russland-Ukraine-Krieg* militärisch komplett verzettelt? In einem Lagebericht schätzte das transatlantische Verteidigungsbündnis Nato die Verluste unter russischen Truppen seit dem Überfall auf den westliche Nachbarn auf 30.000 bis 40.000 Soldaten ein. Darunter sollen Schätzungen zufolge 7.000 bis 15.000 getötete Soldaten sein, viele weitere seien verwundet und kampfunfähig, heißt es weiter.

Völlig zerstört: Ein ukrainischer Soldat steht in Irpin vor einem ausgebrannten Militärfahrzeug, das die Nachrichtenagentur AFP als ausgebrannten russischen Radpanzer bezeichnet.
Völlig zerstört: Ein ukrainischer Soldat steht in Irpin vor einem ausgebrannten Militärfahrzeug, das die Nachrichtenagentur AFP als ausgebrannten russischen Radpanzer bezeichnet (Archivbild). © Sergei Supinsky/AFP

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich hohe Verluste unter Wladimir Putins Truppen

Immer wieder werden angebliche Berichte publik, die katastrophale Verhältnisse in der russischen Armee beschreiben sollen. Von immensen Nachschubproblemen ist die Rede. Von Panzern ohne Benzin. Oder von Soldaten, die in der Kälte in Graben schlafen müssen, weil es an allem fehle. Unabhängig verifizieren lassen sich die Darstellungen nicht. Die New York Times hat nun einen Artikel veröffentlicht, in dem verschiedene militärische Analysten mutmaßliche „Risse in der russischen Führung“ beschreiben.

Die Berater des russischen Präsidenten Putin seien „nervös“, da sich der Krieg Russlands mit der Ukraine zu einem Debakel entwickelt habe, erklärt zum Beispiel Andreij Soldatow, Buchautor und investigativer Journalist über Russlands Militär und Sicherheitsdienste, im Gespräch mit der US-Zeitung.

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau und Wladimir Putin rechneten mit schnellem Sieg

Zur Einordnung: Andrei Alexejewitsch Soldatow schrieb früher für die unabhängige russische Tageszeitung The Moscow Times, gegründet von einem niederländischen Medienunternehmen. Unter anderem kommentierte er bereits für die britische BBC die politischen Verhältnisse in Moskau und die Entwicklung des einstigen Geheimdienstes KGB zur Nachfolgeorganisation FSB.

Mit seiner Frau gründete Soldatow zudem die Website Agentura.ru, die renommierte Federation of American Scientists bedient sich in Recherchen seiner Expertise als Geheimdienstexperte. „Es sieht so aus, als ob alle nervös sind“, sagt der Buchautor nach einem Monat Krieg der New York Times, Russlands Wladimir Putin* habe mit einer schnellen Niederlage der ukrainischen Hauptstadt Kiew (rund 2,8 Millionen Einwohner) gerechnet. Zuletzt erklärten jedoch die ukrainischen Streitkräfte, dass sie die russischen Invasionstruppen nordwestlich der Metropole in den Kleinstädten Irpin, Butscha und Hostomel sogar zurückgeschlagen hätten. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht.

Ein weiterer Militäranalyst ist Pawel Luzin, ein Politikwissenschaftler vom Institute of World Economy and International Relations (IMEMO). Er gilt als Experte für die russische Sicherheitspolitik, wie es das US-amerikanische Foreign Policy Research Institute beschreibt. „Wir können definitiv sagen, dass nichts nach Plan läuft“, sagt Luzin der New York Times: „Es ist Jahrzehnte her, dass die sowjetischen und russischen Armeen in so kurzer Zeit so große Verluste erlitten haben.“

Was er damit meint: Bei der Sowjetischen Intervention in Afghanistan wurden zwischen 1979 und 1989 laut amerikanischer Schätzungen mehr als 14.400 sowjetischer Soldaten getötet. Zu beobachten ist aktuell auch: Offenbar ziehen sich immer mehr militärische Berater Putins zurück - oder sie werden aus dem Kreml zurückgezogen. So ist Roman Gawrilow, der Chef der russischen Nationalgarde, Berichten zufolge seinen Job los. Die russische Zeitung Kommersant berichtete, er sei zurückgetreten.

Russland-Ukraine-Krieg: Berater von Wladimir Putin zog sich angeblich aus Protest zurück

Kürzlich berichtete zudem die Bild, dass Anatoli Tschubais Russland aus Protest verlassen habe. Er galt als Berater Putins, beide kennen sich nachweislich seit Putins Zeiten in Sankt Petersburg in den 1990er Jahren. Erlebt Russland ein Fiasko im Ukraine-Konflikt*? Die schonungslosen Analysen aus dem Westen mehren sich. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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