Rentenbeitrags-Bonus für Eltern

Andere Kasse bitte

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München - Die CSU fordert für Eltern eine Rentenbeitrags-Bonus. Eltern entlasten ja, aber das ist der falsche Ansatz. Ein Kommentar von Sebastian Horsch. 

Ein Rentenbeitrags-Bonus für Eltern: Es klingt so logisch, was die CSU da fordert, dass man spontan zustimmen möchte. Ist doch klar. Eltern finanzieren neben ihren eigenen Rentenbeiträgen auch noch die Beitragszahler von morgen. Im Prinzip zahlen sie also doppelt in die Rentenkasse ein. Dazu kommt die anstrengende Erziehung, berufliche Auszeiten. Richtig ist: Für all das sollten Eltern stärker entlastet werden. Die CSU liegt mit ihrem – nicht neuen – Vorschlag dennoch daneben.

Die Rentenversicherung ist ein eigenes System mit eigenen Regeln. Wie viel Rente ein Arbeitnehmer einmal bekommt, das hängt, vereinfacht gesagt, davon ab, wie viel er einbezahlt hat – das ist ein Grundprinzip. Ein Eltern-Bonus bei den Beiträgen würde es untergraben. Dazu kommt, dass faktisch eine Strafgebühr für Kinderlose geschaffen würde – und zwar auch für die, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen keine Kinder bekommen können. Kinderlose und Eltern würden gegeneinander ausgespielt. Das alles könnte die Akzeptanz des Alterssicherungssystems schwer beschädigen.

Eltern verdienen es, dass sie für das, was sie leisten, nicht auch noch benachteiligt werden. Sie bei den Beiträgen zur Rentenversicherung besser zu stellen, ist dabei aber nicht der richtige Weg. Der kann nur darin liegen, mehr echte Anreize für das Kinderkriegen zu schaffen – finanziert aus Steuergeldern, nicht aus der Rentenkasse.

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