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Der bayerische Ministerpräsident ist offenbar leidenschaftlicher Andrea-Berg-Fan.

Schlager versus Politik

Andrea Berg interviewt Seehofer: Erstaunliche Parallele zu Merkel

Im Interview mit Schlagerstar Andrea Berg spricht Horst Seehofer unter anderem von seinen jüngsten Kindheitserinnerungen und verrät, warum er sich so gut wie nie vor den Fernseher setzt.

Ob Schicksalsschläge, Sterbehilfe oder (Alb)träume: In dem groß angekündigten BILD-Interview, das Andrea Berg mit Horst Seehofer führte, deckte die Schlagersängerin viele ungewöhnliche, wider Erwarten aber kaum seichte Themen ab.

Das Gespräch, das Sie hier nur mit BILD Plus lesen können, erreichte tatsächlich unverhoffte politische Tiefen. Selbst als Berg dem Ministerpräsidenten heikle Fragen zu seinem sicher nicht unumstrittenen Charakter und der äußerst instabilen Beziehung zwischen ihm und der Kanzlerin stellte, plauderte der bayerische Ministerpräsident bereitwillig aus dem Nähkästchen. 

Seehofer ist nicht „Everybody‘s Darling“ - und glücklich darüber

Dabei trug Seehofer höchstpersönlich gleich zu Beginn zu der spürbar angenehmen Gesprächsatmosphäre bei, indem er sich als flammender Andrea-Berg-Fan outete - Sympathie auf beiden Seiten war damit programmiert. 

„Ich begrüße die Schlager-Königin im bayerischen Königreich. Ich habe alle Lieder von Ihnen!“, verkündete er und sorgte damit für einen vorerst letzten, netten Schwank  - denn kurz darauf ging es bereits an die kniffligeren Themen. Auf Andrea Bergs Frage, wie der berühmt-berüchtigte „bayerische Haudegen“ alias Horst Seehofer denn nun wirklich ist, erklärt dieser lax: „Everybody’s Darling will ich gar nicht sein. Authentisch sein, das ist mir wichtiger.“ 

Die Schlagersängerin bohrt nun nach, will mehr über Seehofers Privatleben wissen - zum Beispiel wie er es schafft, nach einem langen Arbeitstag abzuschalten. Dabei erfährt sie ein erstaunliches Detail: Bayerns Ministerpräsident schaut „so gut wie nie“ Fernsehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halte das übrigens so mit dem TV, fügt Seehofer hinzu: „Wir schauen uns beide nämlich ungern im Fernsehen an.“

Andrea Berg.

Dann vertraut er der Schlagersängerin noch etwas an: Die Kanzlerin rufe auf dem Handy mit unterdrückter Nummer an. „Dann weiß ich schon, dass das wahrscheinlich sie ist.“ Und auf die Frage, ob er dann auch rangehe, antwortet Seehofer: „Meistens schon, ja.“

Dabei blieb unausgesprochen, ob er mit dieser nicht ganz eindeutigen Antwort auf einen bekannt gewordenen Fall aus dem Jahr 2015 dachte. Denn in jener Nacht, als Anfang September des Jahres 2016 die Kanzlerin wegen der Grenzöffnung für Flüchtlinge Rücksprache mit den wichtigsten Politikern hält, kann sie ausgerechnet Seehofer nicht erreichen. Sie wählte dessen Handy-Nummer, aber er ging nicht ran.

Berg: „Wenn Sie träumen, träumen Sie dann von Frau Merkel?“

Seitdem hing Seehofers Beziehung zur Kanzlerin permanent am seidenen Faden, war geprägt von Streitigkeiten über Obergrenzen, Ultimaten und PKW-Zölle. Doch im Gespräch beteuerte er (angesichts der nahenden Bundestagswahl kaum überraschend), dass er und die Kanzlerin natürlich längst wieder Hand in Hand arbeiten. 

In seinen Träumen ist ihm die Kanzlerin trotz aller freundschaftlicher Kollegialität jedoch noch nicht begegnet - was nach eigener Aussage vor allem daran liegt, dass der Ministerpräsident ohnehin „so gut wie nie“ träumt.

Nach einem kurzen Exkurs über die Sterbehilfe, die Andrea Berg als gelernte Arzthelferin persönlich sehr am Herzen liegt, kommen die beiden doch noch auf etwas unverfänglichere Themen zu sprechen. Seehofer verrät dabei unter anderem sein Lieblingsessen - natürlich der Schweinebraten seiner Frau - und erzählt von seinen jüngsten Kindheitserinnerungen. Demnach habe er die wöchentliche Beichte in seiner Kindheit und Jugend als befreiend erlebt. „Ich erinnere mich noch gut, wie befreit ich die Kirche dann jedes Mal wieder verlassen habe“, sagte der 68-Jährige. 

sl/dpa

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