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Wegen „Bastard“-Post: AfD-Mann erstattet Anzeige gegen Moderatorin Enissa Amani

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Von: Christoph Gschoßmann

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Enissa Amani
Enissa Amani. © picture alliance / Henning Kaise / Henning Kaiser

Ein heftiger Streit zwischen Moderatorin Enissa Amani und AfD-Mann Andreas Winhart gipfelt nun in einer Anzeige gegen die Deutsch-Iranerin. Sie hatte Winhart als „Bastard“ bezeichnet.

München - Zwischen dem bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Winhart und der deutsch-iranischen Entertainerin Enissa Amani ist ein heftiger Streit entbrannt - der nun einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat: Winhart hat Anzeige gegen Amani erstattet. Das bestätigte der Abgeordnete der Welt. Zuvor hatte sich Amani auf Instagram zu dem Thema geäußert:

Amani schreibt dazu: „Anzeige von Andreas Winhardt ist gekommen - und ich werde es wieder sagen und wieder sagen und wieder sagen.“

Sie hatte Winhart als „Idiot“ und Bastard“ bezeichnet, der „weggesperrt“ gehöre. Winharts Aussagen bei einer Wahlkampfveranstaltung im Herbst im oberbayerischen Bad Aibling hatten Amani erzürnt.

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AfD-Mann Winhart geht gegen Amani vor: „Fühle mich persönlich beleidigt“

„Von der Aussage ‚Bastard Andreas Winhart‘ fühle ich mich persönlich beleidigt, was nun die Staatsanwaltschaft Traunstein verfolgt“, sagte Winhart. Er habe der Moderatorin eine Unterlassungserklärung zukommen lassen. „Frau Amani behauptet in Ihren Videos beweislich falsche Aussagen. Daher sehe ich mich gezwungen dagegen vorzugehen.“

Am 19. März hatte Amani einen Ausschnitt aus Winharts Rede gepostet. Winhart sagte dort: „Ich möchte wissen, wenn mich in der Nachbarschaft ein Neger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen, ist er krank oder ist er nicht krank.“ Der Politiker warf Flüchtlingen eine Mitschuld an HIV-, Krätze- und TBC-Fällen in seinem Landkreis vor. 

Amani schrieb dazu, Winhart sei für sie ein „elender Rassist“, seine Aussagen „Volkshetze“. Winhart hatte sich auch abwertend über albanische und kosovarische Pflegekräfte geäußert und es als möglich bezeichnet, Seenotrettungsschiffe zu versenken.

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Umstrittene Wahlkampfrede rief auch Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz auf den Plan

Um welche „beweislich falsche Aussagen“ es Winhart geht, ist nicht bekannt. Er kündigte an, sich noch genauer zu äußern. Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlung gegen Winhart eingestellt - es liege keine Volksverhetzung vor, es gelte das „Recht auf polemische Zuspitzung und zur bewussten Provokation“.

Zwischenzeitlich war Winhart - nebst zwei anderen bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten - auch vom Verfassungsschutz beobachtet worden. Grund waren auch seine Äußerungen in besagter Rede. Mittlerweile wurden die Beobachtungen aber wieder eingestellt, wie Merkur.de* berichtete

cg/fn

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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