Unter bewölktem Himmel ist das Reiterdenkmal von Andrew Jackson in Washington (USA) zusehen
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Ein Denkmal Andrew Jacksons in Washington erinnert noch heute an den Präsidenten

Der 7. Präsident der Vereinigten Staaten

Andrew Jackson: Leben und Karriere des US-Präsidenten

Andrew Jackson absolvierte zwei Legislaturperioden und machte erstmals einen populistischen Politikstil bekannt.

  • Andrew Jackson war der 7. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
  • Er begründete die Partei der Demokraten
  • Jackson veranlasste die Zwangsumsiedelung tausender amerikanischer Ureinwohner

Der Sitz des US-Präsidenten ist seit dem 1. November 1800 das Weiße Haus in Washington.

Washington – Als 7. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zog auch Andrew Jackson nach seiner Inauguration in das Weiße Haus ein. Das Weiße Haus liegt in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington, DC 20500. Jackson war Mitbegründer der Demokratischen Partei und der erste Präsident aus dessen Reihen. Seine Präsidentschaft dauerte von 1829 bis 1837 an, er absolvierte also zwei Legislaturperioden. Jackson selbst stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und machte erstmals einen populistischen Politikstil bekannt. Er restrukturierte mehrere Elemente der Staatsorganisation, darunter die Amerikanische Nationalbank. Des Weiteren war er für seinen ausgeprägten Rassismus und die Ureinwohnerfeindlichkeit bekannt. Jackson war außerdem der erste US-Präsident, auf den ein Mordattentat ausgeübt wurde.

Andrew Jackson: Kindheit und Jugend

Andrew Jackson kam am 15. März 1767 in dem Gebiet der Waxhaws zwischen den Bundesstaaten North- und South Carolina zur Welt. Seine Eltern Andrew Jackson Sr. und Elizabeth Hutchinson waren Immigranten aus Nordirland. Jackson hatte zwei Brüder, Hugh und Robert Jackson.

Jackson hatte in seiner Jugend nur spärliche Bildungschancen, welche schließlich aufgrund des Unabhängigkeitskrieges ganz versiegten. Im Laufe der Invasion einiger US-Staaten durch die Briten gerieten Jackson, welcher damals 14 Jahre alt war, seine Mutter und seine zwei Brüder für kurze Zeit in britische Gefangenschaft. Seine Mutter sowie einer der Brüder überlebten dies nicht. Das Trauma der Gefangennahme sorgte noch Jahre später für eine Abneigung Jacksons gegenüber den Briten.

Andrew Jackson: Juristische und politische Laufbahn

Vier Jahre nach der britischen Gefangenschaft nahm Andrew Jackson einen Job in einer Rechtsanwaltskanzlei an. Er studierte Rechtswissenschaften und erhielt bald darauf selbst das Anwaltspatent. Anschließend zog er nach Nashville und übernahm eine Position als Staatsanwalt für den Westen North Carolinas, welcher später zu Tennessee wurde.

Andrew Jackson begann bald, sich politisch zu engagieren. Im Jahr 1796 fungierte er als einer der ersten gesetzlichen Vertreter des neu gegründeten Staates Tennessee im US-Repräsentantenhaus, ein Jahr später hatte er kurzzeitig einen Sitz im US-Senat. Zwischen 1798 und 1804 war er Richter am Supreme Court von Tennessee. Aufgrund wiederholter Differenzen mit dem damals amtierenden Präsidenten George Washington schied Jackson anschließend für einige Jahre aus dem politischen Leben aus.

Andrew Jackson: Militärische Laufbahn

Neben seiner juristischen und politischen Tätigkeit bestritt Andrew Jackson auch eine erfolgreiche militärische Laufbahn. Besonders bemerkenswert war seine Rolle als Generalmajor im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812. Am 8. Januar 1815 besiegten die Amerikaner unter Jackson in der Schlacht von New Orleans die Briten erneut. Der Krieg war zwar bereits kurze Zeit vorher formal zugunsten der USA entschieden worden – keiner der an der Schlacht Beteiligten jedoch wusste davon und der Sieg verhalf Jackson zu nationalem Ruhm. Jackson war außerdem an zahlreichen Vertreibungskriegen gegen die amerikanischen Ureinwohner beteiligt. Später wurde er zum Militärgouverneur Floridas ernannt.

Andrew Jackson: Antritt zur Präsidentschaft

Kurz nach seinem Wiedereintritt in die Politik als Militärgouverneur war Andrew Jackson erneut auch im US-Senat als Vertreter für Tennessee tätig. Im Jahre 1824 trat er anschließend erstmals als einer von vier Kandidaten im Namen der Demokratisch-Republikanischen Partei für das US-Präsidentschaftsamt an. Jackson erreichte eine Mehrheit der Stimmen, das sogenannte Popular Vote. Die im amerikanischen Wahlsystem entscheidende Menge an Wahlmännerstimmen erreichte er jedoch nicht. Tatsächlich erreichte keiner der Präsidentschaftskandidaten die benötigte Anzahl an Wahlmännerstimmen, wodurch letztlich das Repräsentantenhaus die Wahl des Präsidenten übernehmen musste. Die Entscheidung fiel auf John Quincy Adams (*11.06.1767, †1848).

Andrew Jackson warf den verantwortlichen Beteiligten Korruption vor und die Demokratisch-Republikanische Partei entzweite sich. Jackson und seine Verbündeten gründeten die Demokratische Partei, Adams und seine Unterstützer die National Republican Party. In der darauffolgenden Wahlperiode trat Jackson prompt noch einmal als Präsident gegen Adams an. Die beiden Männer lieferten sich einen erbitterten Wahlkampf, im Zuge dessen sie auch vor persönlichen Angriffen nicht zurückschreckten. Jackson konnte die Wahl letztendlich mit einem deutlichen Vorsprung für sich entscheiden.

Andrew Jacksons Ehe

Im Jahr 1791 heiratete Andrew Jackson Rachel Donelson Roberts (*15.05.1767, †1828). Deren vorige Ehe war zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht formell beendet, wie sich später herausstellte. Das Paar heiratete daher drei Jahre später noch einmal. Obwohl es sich bei der zeitweise doppelten Ehe um ein Versehen gehandelt hatte, hielten Gerüchte über Ehebruch und Bigamie sich hartnäckig. Besonders im Präsidentschaftswahlkampf wurde auch Roberts massiv persönlich angegriffen. Kurz nach Jacksons Wahlsieg, am 22. Dezember 1828, verstarb sie schließlich und konnte ihre Aufgabe als First Lady nicht mehr erfüllen. Laut Jackson waren die Anfeindungen seiner politischen Gegner mit Anlass für ihren Tod.

Andrew Jackson und Rachel Roberts hatten vier gemeinsame, adoptierte Kinder:

  • Andrew Jackson Jr.
  • Lyncoya Jackson
  • Theodore Jackson
  • Andrew Jackson Hutchings

Andrew Jackson als Präsident

Andrew Jacksons Präsidentschaft begann am 4. März 1829. Nach dem Ablauf der ersten Legislaturperiode kandidierte er erneut und gewann auch die zweite Wahl. Jackson war der erste Präsident aus einfachen Verhältnissen in den Vereinigten Staaten und nahm damit von Anfang an eine Sonderrolle ein. Alle bisherigen Präsidenten stammten aus angesehenen Familien und hatten entweder im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg oder an der Amerikanischen Verfassung mitgewirkt. Jackson dagegen konnte bei der Bevölkerung punkten, indem er sich auch für kleinbürgerliche Interessen einsetzte.

Folgende Veränderungen durch Jackson gehören zu den wichtigsten in seiner Präsidentschaft:

  • Zerschlagung der Second Bank of the United States
  • Ausbau der Infrastruktur Amerikas
  • Einführung des eines Günstlingssystems in der Regierung
  • Industrialisierung
  • Vertreibung der indigenen Völker Richtung Westen und deren systematische Tötung

Die Umstrukturierung der amerikanischen Staatsbank durch Jackson wurde auch als „Bank War“ bezeichnet.

Andrew Jackson und der Pfad der Tränen

Andrew Jackson war für seine rassistische Abneigung gegenüber indigenen Völkern in Amerika bekannt. Auch der Sklavenhaltung stand er unkritisch gegenüber. Im Jahr 1830 erließ das Kabinett Jackson den sogenannten Indian Removal Act, welcher die amerikanischen Siedler zu Verhandlungen um Landbesitz mit den Ureinwohnern befähigte. Dieser führte zu unzähligen Zwangsumsiedlungen indigener Stämme zugunsten der weißen Siedler. Über 100.000 Menschen wurden Richtung Westen vertrieben, viele von ihnen starben auf dem Weg. Diese unbarmherzige Vertreibungskampagne gegen die Ureinwohner in die kärgeren Gegenden Amerikas wurde auch als Pfad der Tränen bezeichnet und sie verschlechterte das Verhältnis zwischen US-Regierung und indigenen Völkern nachhaltig.

Andrew Jackson: erster Attentatsversuch auf einen amtierenden US-Präsidenten

Andrew Jackson ist der erste US-amerikanische Präsident, der Opfer eines Attentats wurde. Dieses ereignete sich am 30. Januar 1830 direkt vor den Türen des Kapitols. Jackson hatte dieses gerade verlassen, als ein Mann mit einer Pistole an ihn herantrat und versuchte, ihn zu erschießen. Die Waffe ließ sich jedoch nicht abfeuern und der Präsident nutzte die Gelegenheit, um sich mit seinem Gehstock zu verteidigen. Der Angreifer zog daraufhin eine zweite Pistole, doch auch diese blockierte beim Schussversuch. Andrew Jackson musste Berichten zufolge von seinen Begleitern davon abgehalten werden, den Attentäter mit seinem Stock vor Wut zu erschlagen.

Bei dem Attentäter handelte es sich um einen arbeitslosen englischen Anstreicher mit dem Namen Richard Lawrence. Lawrence stellte sich schnell als geistig erkrankt heraus und wurde bald darauf in eine Psychiatrie eingewiesen.

Andrew Jackson: Ende der Präsidentschaft

Im Jahre 1836 lehnte Andrew Jackson eine erneute Kandidatur als Präsident ab und wurde ein Jahr später im Alter von 70 Jahren von seinem Nachfolger Martin Van Buren (*05.12.1782, †1862) abgelöst. Jackson zog sich anschließend weitestgehend aus der Politik zurück und verstarb 9 Jahre später.

Die Regierungszeit Andrew Jacksons wird in Amerika auch als „Age of Jackson“ bezeichnet. Seine unrühmliche, populistische Präsidentschaft ist auch als „Jacksonische Demokratie“ bekannt. Das Konterfei Andrew Jacksons prägt bis heute den 20-Dollar-Schein.

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