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Ahmed Abdi Godane.

Nach Raketenangriff in Somalia

Anführer der Al-Shabaab-Miliz getötet

Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat den Tod des Anführers der radikalislamischen Al-Shebab-Miliz, Ahmed Abdi Godane, bestätigt. 

Vier Tage nach einem Militäreinsatz in dem ostafrikanischen Land bestätigte das Pentagon am Freitag in Washington den Tod Godanes, den die Vereinigten Staaten auf ihrer Liste der meistgesuchten Terroristen der Welt geführt hatten.

Der Tod des Shebab-Chefs sei "ein großer symbolischer und operativer Verlust des größten Al-Kaida-Ablegers in Afrika", erklärte das Weiße Haus. Dem erfolgreichen Militäreinsatz seien "Jahre mühevoller Arbeit unserer Geheimdienst-, Militär- und Justizmitarbeiter vorausgegangen". Die USA würden nun "alle uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge" nutzen, um die von der Shebab-Miliz ausgehende Bedrohung weiter zu bekämpfen.

Das US-Militär hatte den Luftangriff auf ein Treffen Godanes mit Shebab-Kommandeuren laut Pentagon am Montag gegen 17.20 Uhr MESZ in der somalischen Region Unter-Shabelle ausgeführt. Dabei seien Kampfflugzeuge und unbemannte Drohnen im Einsatz gewesen, die mehrere "Hellfire"-Raketen abgefeuert und lasergesteuerte Bomben abgeworfen hätten. Eine Beteiligung von Bodentruppen habe es nicht gegeben, hatte Pentagon-Sprecher John Kirby am Dienstag erklärt.

In den Tagen nach dem Angriff war das Schicksal Godanes zunächst unklar gewesen. Die US-Regierung machte keine Angaben, wie sie den Tod des Milizenführers genau festgestellt habe. Bei ähnlichen Einsätzen stützten sich die US-Geheimdienste in der Vergangenheit aber auf DNA-Proben sowie Erkenntnisse aus den Spähprogrammen.

Der 37-jährige Godane hatte 2008 die Führung der Shebab-Miliz übernommen, nachdem sein Vorgänger Adan Hashi Ayro bei einem US-Raketenangriff getötet worden war. Der auch unter den Namen Abu Zubeyr und Ahmed Abdi Aw Mohammed bekannte Islamist soll eine militärische Ausbildung bei den Taliban in Afghanistan erhalten haben. Der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, hatte ihn als Führer der "Mudschaheddin" in Ostafrika anerkannt. Die USA hatten auf Godane ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) ausgesetzt.

Die 2006 entstandene Shebab-Miliz führt im Bürgerkriegsland Somalia einen blutigen Kampf gegen die Regierung. Somalische Soldaten und Truppen der Afrikanischen Union (AU) konnten die Islamisten zuletzt zurückdrängen, die Rebellengruppe kontrolliert aber weiter Gebiete im Süden und im Zentrum des Landes. In ostafrikanischen Nachbarstaaten verübte die Shebab-Miliz eine Reihe von Anschlägen. Unter anderem wird sie verantwortlich gemacht für den Angriff auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit 67 Toten vom September 2013.

Vergangenen Oktober hatten US-Spezialkräfte bei einem Kommandoeinsatz in der somalischen Hafenstadt Barawe den Auslandschef der Shebab-Miliz, Abdulkadir Mohamed Abdulkadir, ins Visier genommen. Die Elitetruppe Navy SEALS stieß aber auf Widerstand und musste sich zurückziehen, ohne Abdulkadir wie geplant gefangen nehmen zu können.

AFP/dpa

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