+
Russland bestreitet weiter die Beteiligung an dem Abschuss von Flug MH17.

Russland bestreitet Beteiligung

Angehörige von MH17-Opfern verklagen Russland und Putin

Sydney/Moskau - Fast 300 Menschen sterben 2014 beim Abschuss einer Passagiermaschine über dem Konfliktgebiet Ostukraine. Angehörige der Opfer verklagen nun Russland - haben die Hinterbliebenen Aussicht auf Erfolg?

Die Angehörigen von 33 Passagieren der vor fast zwei Jahren über der Ostukraine abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine haben Klage gegen Russland und Präsident Wladimir Putin eingereicht. Das sagte ihr Anwalt Jerry Skinner in Sydney am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Angehörigen verlangten zehn Millionen US-Dollar pro Person (ca. neun Mio Euro).

Russland bestreitet eine Beteiligung an dem Abschuss. Die Klage werde erst wirksam, wenn ein Gericht sie akzeptiere, meinte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Bisher sei Russland nicht offiziell über die Situation informiert worden, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Anwalt Skinner sagte, in Europa bearbeite der Berliner Rechtsanwalt Marcus Goldbach das Verfahren. Skinner hatte bereits Angehörige von Opfern des Lockerbie-Anschlags von 1988 vertreten. Damals starben 270 Menschen durch eine Bombe in einem Flug von London nach New York.

Vorwurf: Beteiligung an der Tat verschleiert

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Malaysia über dem Kampfgebiet Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord starben. Die Rakete wurde nach Angaben der britischen Recherchegruppe Bellingcat von einer Einheit abgeschossen, die zu den russischen Streitkräften gehörte. Die niederländischen Behörden wollen sich zu der Frage, wer die Rakete abfeuerte, erst in der zweiten Jahreshälfte äußern.

Die Klage sei beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht worden. „So eine Tat, die ein Zivilflugzeug in einer Konfliktzone zerstört, verstößt gegen das Recht auf Leben“, sagte der US-Anwalt Skinner von der Firma LHD Lawyers. Die Angehörigen werfen Russland nach seinen Angaben vor, die Beteiligung an der Tat verschleiert und keine internen Untersuchungen eingeleitet zu haben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer macht weiter - Politiker reagieren gemischt
München - Die Reaktionen auf die neuerliche Kandidatur von Horst Seehofer als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident gehen weit auseinander.
Seehofer macht weiter - Politiker reagieren gemischt
Das sagt Markus Söder zu Seehofers Entschluss
Er ist Seehofers ehrgeizigster Kronprinz: Markus Söder (50, CSU). Doch nachdem der Ministerpräsident am Montag bekanntgab, noch einmal zu kandidieren, verschiebt sich …
Das sagt Markus Söder zu Seehofers Entschluss
De Maizière besorgt: Mehr politisch motivierte Straftaten
Berlin (dpa) - Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland ist erneut gestiegen. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 41 549 solcher Delikte - 6,6 …
De Maizière besorgt: Mehr politisch motivierte Straftaten
Frankreich-Wahl: Hollande ruft zur Wahl von Macron auf
Paris - Die Wahl in Frankreich 2017: Emmanuel Macron und Marine Le Pen gehen in die Stichwahl am 7. Mai. Das sind die Reaktionen. Wir begleiten die Wahl im Live-Ticker.
Frankreich-Wahl: Hollande ruft zur Wahl von Macron auf

Kommentare