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Angela Merkel hielt im ARD-Talk bei Anne Will an ihrem bisherigen Flüchtlingskurs fest.

Angela Merkel in ARD-Talkshow Anne Will

Von "Merkel menschelt" bis "Blabla": Das Netz reagiert gespalten

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Berlin - Angela Merkel hat sich in der ARD-Talkshow Anne Will ziemlich eindeutig zur Flüchtlingskrise geäußert und den Kurs verteidigt, den sie bisher gegangen ist. Im Netz sind die Reaktionen darauf gespalten.

Update vom 8. Oktober 2015: Ist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen der Flüchtlingskrise bald weg vom Fenster? Ex-Stoiber-Berater Michael Spreng meint: Merkel könne sich mit ihrem Kurs zum Thema Flüchtlinge ähnlich ins Aus steuern wie Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010. Schon im Frühjahr 2015 könnte Kanzlerin Merkel vor dem Aus stehen.

Angela Merkel bei Anne Will in der ARD: Die Reaktionen im Netz sind gespalten

"Wir können die Grenzen nicht schließen", sagte Angela Merkel am Mittwochabend in der ARD, als sie sich in der Talkshow den Fragen von Anne Will zur Flüchtlingskrise stellte. Eine Regierungserklärung sozusagen - vor einem Live-Millionenpublikum im Fernsehen. Um die Grenzen zu schließen, sagte Angela Merkel, müsse ein Zaun um Deutschland herum gebaut werden. Die Flüchtlinge aber würden dann andere Wege finden, um ins Land zu kommen. "Es gibt den Aufnahmestopp nicht." In unserem Ticker zur ARD-Show können Sie die Zitate der Bundeskanzlerin nachlesen.

Während die Twitter-Gemeinde der Bundeskanzlerin bescheinigt, dass "Merkel menschelt", sehen die Reaktionen etwa auf Facebook ein bisschen anders aus. "Frau Merkel hat noch NIE Klartext geredet", schreibt etwa ein User auf unserer Facebook-Seite. "Und das wird sie auch nicht! Sie nennt es Diplomatie, ich nenne es Meisterin im NICHTS-Sagen."

Angela Merkel bei Anne Will: Flüchtlingskrise lasse sich nicht schnell lösen

Angela Merkel hielt bei Anne Will dennoch an ihrem bisherigen Kurs in Sachen Flüchtlingspolitik fest. Denn die Flüchtlingskrise sei keine Krise, die sich schnell lösen lasse. In den vergangenen Tagen hat die Bundeskanzlerin dafür vermehrt Kritik einstecken müssen. Bei einigen Twitterern hat sie mit ihrer inoffiziellen Regierungserklärung offenbar wieder Pluspunkte geholt.

Die Kritik an Angela Merkel kam aber auch aus der eigenen Partei. Dazu sagte Merkel, dass ihr Kritik an ihrer Zurückhaltung lieber sei als Enttäuschung über nicht gehaltene Versprechen. Mit Ministerpräsident Horst Seehofer etwa sei sie nicht in allem einer Meinung - aber sie würden miteinander reden. "Genervt" sei sie nicht, denn Seehofer habe eine andere Aufgabe zu erfüllen als Sie.

Ein anderer User auf Twitter fragt allerdings ironisch, ob die Stimmung in Deutschland schon katastrophal sein muss, wenn die Twitter-Gemeinde Angela Merkel das Vertrauen ausspricht. Wenn die Kanzlerin etwa einem ihrer Minister das Vertrauen ausspricht, kam es schon das ein oder andere Mal vor, dass dieser kurz darauf sein Amt aufgeben musste.

Angela Merkel bei Anne Will: "Blablabla, Fragen nicht beantwortet"

Auf Facebook sind hingegen andere User unterwegs als auf Twitter und auf die wirkte Angela Merkels Auftritt nicht nur positiv. "Blablabla, Fragen nicht beantwortet, am Thema vorbei, alles beschönigt", schreibt eine Userin. Dass Angela Merkel nicht nur redet, sondern etwas tut, fordert eine andere Userin: "Sie soll mal richtig handeln." Ein weiterer ist der Meinung: "Ich höre, was Fr Merkel sagt, aber ich kann es nicht glauben...unfassbar." Auch einen Vergleich mit Vorgänger Gerhard Schröder muss sich die Bundeskanzlerin auf Facebook gefallen lassen. "Ich wünsche mir einen Kanzler nach dem Format von Schröder (nicht ihn selbst, er hat die Rente verdient) zurück!"

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