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Angela Merkel beim Talk im Berliner Gorki-Theater.

Der Grund ist sehr, sehr lustig

Angela Merkel bei Frauen-Talk: „Ich werde immer einsamer“

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Normalerweise redet Angela Merkel über Politik. Bei einem Frauen-Talk am Montag verriet sie mal private Details. Zum Beispiel, warum sie eine kuriose Macke immer einsamer werden lässt. 

Berlin - Locker ging es zu im Berliner Maxim-Gorki-Theater am Montagabend. Angela Merkel war zu Gast und gab im Talkformat BRIGITTE-Live Einblicke in ihr Privatleben - sehr zur Freude des anwesenden Publikums. Die Bundeskanzlerin verriet unter anderem, bei was sie als Kind enorm viel Mut benötigte, wie perfektionistisch sie als private Gastgeberin ist und über welchen Weg sie am liebsten kommuniziert.

„Wenn ich Gäste einlade, achte ich schon sehr darauf, dass alles schön ist. Ich lege die Servietten gerade und halte die Gläser gegen das Licht, um zu schauen, ob sie auch sauber sind“, gestand Merkel. 

„Seitdem über meine Haare nicht mehr gelästert wird ...“

Eine gewisse Eitelkeit wollte die 62-Jährige auch nicht abstreiten. „Ich bin schon ein bisschen eitel - ich denke, so wie jeder andere auch. Und ich muss zugeben: Seitdem nicht mehr so viel über meine Haare gelästert wird, fühle ich mich auch wohler.“ Wichtig war ihr aber zu betonen, dass das nichts mit Selbstverliebtheit oder dergleichen zu tun habe.

Wenig später wurde die Bundeskanzlerin, die auch die Spitzenkandidaten der Union für die Bundestagswahl im September ist, noch auf ihre Mimik angesprochen. Man könne ihr Gesicht sehr leicht lesen, so die Moderatorin. Die fragte dann gleich auch, ob sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt habe, einen Trainer zu holen, um ein gewisses Pokerface zu üben. Und Merkel antwortete prompt mit einem Lächeln: „Ich habe das aufgegeben. Ich kann es nicht. Wenn ich nicht rede, gucke ich schnell gelangweilt.“ Offenbar lebt sie mit dieser Schwäche. Und das ganz gut. 

Merkel schreibt - immer noch - SMS

Seit 2005 steht die gebürtige Hamburgerin (wenige Wochen nach ihrer Geburt siedelte ihre Familie in die DDR um) an der Spitze Deutschlands. Die Technik hat sich seitdem rasant weiterentwickelt. Merkel jedoch vertraut privat am liebsten noch auf - teilweise - schon veraltete Kommunikationsformen. „Mein Lieblingsverständigungsmedium ist die SMS“, sagte sie und fügte grinsend und mit leicht ironischem Unterton hinterher: „Daher werde ich immer einsamer. Mir zuliebe nutzen manche vielleicht noch die SMS anstatt irgendwelche WhatsApp-Gruppen.“

Wer meint, die Bundeskanzlerin habe auf ihrem privaten Handy ein Telefonbuch, das überquillt, der hat sich getäuscht. „Vielleicht 100“, antwortete Merkel, die auch am Montagabend auf ihren gewohnten Kleidungsstil setzte, auf die Frage, wie viele Nummern sie eingespeichert habe.

Natürlich wurde sie von den beiden Moderatorinnen auch zu den sozialen Netzwerken befragt. Da will sie nicht selbst aktiv mitmischen. „Ich habe kein Twitter und folge niemandem. Wenn ich etwas wissen will, zum Beispiel, was Donald Trump wieder geschrieben hat, gebe ich einfach “Twitter Donald Trump“ ein und finde auch alles“, so Merkel weiter.

Merkel spricht über ihre Ängste und Träume als Kind

Angesprochen auf ihre Ängste in der Kindheit war Merkel sich schnell sicher. „Das Springen vom Drei-Meter-Brett” sei es gewesen, was ihr am meisten Mut abverlangt habe. Als Kind sind auch für die heute so mächtige Frau viele Wünsche nicht in Erfüllung gegangen: „Ich hatte eine Phase in meiner Kindheit, in der ich alles werden wollte, was ich nicht konnte: Balletttänzerin oder Schwebebalkenturnerin. Man muss sich irgendwann mit den Dingen, die man nicht kann, abfinden.“

Insgesamt 90 Minuten stand die promovierte Physikerin Rede und Antwort - auch zu politischen Themen. 

“Gewissensentscheidung“ bei der Ehe für alle?

Zur Attacke von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vom Wochenende blieb sie aber schmallippig. "Eigentlich habe ich Martin Schulz immer anders erlebt", sagte sie, fügte aber hinzu: "Schwamm drüber."

Für deutlich mehr Wind sorgten im Nachgang die Aussagen der Kanzlerin über die „Ehe für alle“. Dort wünsche sie sich eine Diskussion, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“. Bei einer Abstimmung im Bundestag ohne Fraktionszwang gilt eine Mehrheit für die Ehe für alle als sicher.

tlo

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