1. Startseite
  2. Politik

„Große Sorgen“ wegen Corona-Lage: Merkel meldet sich zu Wort - deutliche Forderung vor Länder-Gipfel

Erstellt:

Von: Magdalena Fürthauer

Kommentare

Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet sich am Samstag wegen der steigenden Corona-Zahlen mit einer Videobotschaft an die Deutschen. Sie äußert darin eine klare Forderung.

Berlin - Beinahe zwei Jahre nach Beginn der Pandemie stellen die deutschlandweiten Corona-Neuinfektionen Tag für Tag einen neuen Rekord ein. Weil dadurch auch die Anzahl der Covid-Erkrankten auf den Intensivstationen steigt, bereiten sich nun sogar einige Kliniken darauf vor, ihre Patienten in andere Bundesländer zu verlegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat daher bereits am Donnerstag eine Ministerpräsidentenkonferenz mit Bund und Ländern gefordert, die schließlich für den 18. November anberaumt wurde. Nun meldet sich die 67-Jährige erneut zu Wort mit einer eindringlichen Forderung - sowohl an die Politik als auch an die Bürger.

Angela Merkel: Klare Forderung der Kanzlerin zur Corona-Lage

In ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast spricht Merkel von „schwierigen Wochen, die vor uns liegen.“ Grund dafür sei die rasante Entwicklung der Pandemie, die allem voran an Dramatik gewonnen habe, da noch nicht genügend Menschen geimpft seien, „um einen ausreichenden Schutz für uns alle aufzubauen.“ Diese Entwicklung mache ihr „große Sorgen.“

Wichtig sei es nun, am kommenden Corona-Gipfel ein gemeinsames Vorgehen zwischen Bund und Ländern zu bestimmen. Als zentrale Forderung an die Konferenz nennt Merkel dabei die Anwendung eines Hospitalisierungsindex. Dies sei der Wert, „der die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern angibt und uns den Ernst der Lage zeigt.“

Mithilfe eines festzulegenden Schwellenwerts könne man schließlich auch auf regionaler Ebene reagieren. Sprich, es sollten weiterhin überregionale Maßnahmen wie die 3G-Regel gelten. Doch sobald ein Bundesland oder ein Landkreis an seine Belastungsgrenze stoße, müssten verbindlich „zusätzliche Schritte zur Eindämmung der Pandemie eingeleitet werden.“

Merkel zur Corona-Lage in Deutschland: Schärfere Maßnahmen und Impfungen im Fokus

Wie genau diese „zusätzlichen Schritte“ jedoch auszusehen haben, gibt die Kanzlerin in ihrem knapp sechsminütigen Video nicht an. Sie deutet dabei lediglich an, dass sie über 3G, an manchen Stellen 2G sowie Maskenpflicht hinausgehen müssten. Einen Lockdown beispielsweise für Ungeimpfte, wie es Österreich nun offenbar vorhat, spricht sie jedoch nicht an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Portrait auf der Regierungsbank bei der Debatte zum Thema Infektionsschutzgesetz des Deutschen Bundestags in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert dringend einen Hospitalisierungsindex sowie eine höhere Durchimpfungsrate. © IMAGO / Political-Moments

Zentral sei es, alle beschlossenen Maßnahmen auch strenger zu kontrollieren, so Merkel. An einem halte sie aber weiterhin fest: „Den wirksamen Schutz vor einer Ansteckung, den bietet nur die vollständige Impfung.“ Dies wisse man aus der Erfahrung, die man durch die milliardenfache Verabreichung des Impfstoffes gewonnen habe. Daher appelliere sie an das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen, sich impfen zu lassen.

Auch die Booster-Impfungen müssten daher sehr viel mehr fokussiert werden, als es bis jetzt der Fall gewesen sei. Nur so „können wir unserem Land in diesem Winter viel ersparen“, so die Kanzlerin in ihrer Videobotschaft. (mef)

Auch interessant

Kommentare