Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf einem Bildschirm während der neuen digitalen Dialogreihe "Die Bundeskanzlerin im Gespräch" im Kanzleramt zu sehen.
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Kanzlerin Angela Merkel bei ihren neuen digitalen Dialogreihe „Die Bundeskanzlerin im Gespräch“.

Kanzlerin im digitalen Gespräch

Angela Merkel ungewohnt locker: Im Plauderton spricht sie mit Auszubildenden über die Promotion

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Die Bundeskanzlerin spricht mit Auszubildenden - das passiert nicht täglich. In einer digitalen Gesprächsreihe konnten die Azubis Angela Merkel auch private Fragen stellen.

  • Kanzlerin Angela Merkel* gibt sich in ihrere neuen digitalen Gesprächsreihe bürgernah.
  • Bei ihrem ersten Termin sprach sie mit Auszubildenden aus ganz Deutschland.
  • Sie machte deutlich, dass im digitalen Ausbau an Schulen noch Nachholbedarf sei.

Berlin - Immer mal wieder wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU*) von Journalisten oder Bürgern gefragt, warum sie nicht gerade in diesen Corona-Zeiten ihre Politik stärker erklärt. Womöglich auch um mehr Akzeptanz für ihre Maßnahmen zu schaffen, sieht man sie daher in letzter Zeit mehr auf Pressekonferenzen, ihr Video-Podcast soll die Präsenz in Sozialen Medien steigern. Außerdem startete nun eine Online-Reihe mit dem Titel „Die Bundeskanzlerin im Gespräch“.

Zuerst wollte sich Merkel dabei einer Gruppe widmen, mit der sie nicht so häufig ins Gespräch komme: den Auszubildenden. Was ist für sie in der Corona-Krise besonders herausfordernd? Wie kommen sie mit Online-Schulungen zurecht? Die jungen Frauen und Männern, die auch der Kanzlerin Fragen stellen wollten, kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, darunter Mechatronik, Orgelbau oder Luftfahrt.

Solche Treffen gibt es nicht so viele von Angela Merkel. Situationen, in denen sie locker erscheinen will. Sie wirkte interessiert, stellte den einzeln über Video zugeschaltenen Auszubildenden immer wieder Nachfragen, auch wenn sie sich manchmal ähnelten.

Angela Merkel und Corona: Im Gespräch mit Auszubildenden geht es auch um die digitale Ausstattung

So wollte Merkel zum Beispiel von einem 22-jährigen aus dem Bereiche Technische Systemplanung wissen, wie schrecklich Homeoffice denn sei oder ob es auch Vorteile habe. „Ich spare mir den Arbeitsweg“, kam als Antwort, die vermutlich viele anbringen würden.

Eine Speditionskauffrau im dritten Ausbildungsjahr aus der Luftfahrt erzählte vom Online-Unterricht und dass ihr natürlich manchmal die persönlichen Begegnungen fehlen würden. Aber mit WhatsApp-Gruppen zum Beispiel funktionierten die Abläufe ganz gut. Doch Merkel gibt sich im Nachhinein kritisch zum digitalen Ausbau in Schulen: „Allen ist bewusst geworden, dass es kein besonderer Zustand ist, dass wir da ein bisschen hinterherhinken.“

Angela Merkel und Corona: Kanzlerin freut sich wieder auf unbeschwerte Reisen

Von Merkel wollte die junge Frau gern wissen, wie sie in solch durchgeplanten Tagen zur Ruhe komme. „Da versuche ich mal ein bisschen an die frische Luft zu gehen oder einen Film zu schauen. Damit man sich ablenkt. Aber es ist eine sehr herausfordernde Zeit, man möchte ja, dass Deutschland gut durch die Krise kommt“, sagte Merkel. Auf unbeschwertes Reisen freue sie sich auch wieder.

Zudem plauderte Merkel kurz über ihre eigene Promotionszeit*, als sie zuhause gesessen und festgestellt habe: „Hier könnte man noch was wegräumen und da noch was.“ Ablenkung bei der Arbeit von zuhause kennen die Auszubildenden gut. Auf Merkels Frage, wie trübsinnig das Leben zurzeit ohne Partys und Veranstaltung sei, gab sich eine junge Kfz-Mechatronikerin sehr geduldig. „Natürlich fehlt uns jungen Menschen dieses frei und spontan sein, aber wir müssen irgendwie vorankommen und uns gegenseitig schützen und das geht nicht, wenn jeder egoistisch ist.“ Merkel stimmte zu: „Im Sommer war es ja besser. Jetzt müssen wir die vier Wintermonate irgendwie durchkriegen.“

Nach diesem Termin sind noch drei weitere virtuelle Gespräche geplant, zu den Themenkomplexen Pflege, Polizei und Studium. Das nächste soll am 19. November stattfinden. (cibo) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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