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Angela Merkel bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Kommentar

Entscheidender Corona-Mittwoch: Für Merkel geht es um den Platz in der Geschichte

  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Mit Markus Söder kämpft Angela Merkel beim großen Corona-Gipfel gegen aus ihrer Sicht voreilige Lockerungen der Beschränkungen. Sie hat erklärt, auf den Rat der „Leopoldina“ hören zu wollen. Ein Fehler?

16 Ministerpräsidenten und eine Kanzlerin suchen am Mittwoch nach dem Fahrplan zurück in eine, wie NRW-Chef Armin Laschet es nennt, „verantwortungsvolle Normalität“ nach der Schließung des Landes. Doch was ist in Zeiten von Corona eigentlich normal? 

Die neue Achse zwischen Angela Merkel und ihrem bayerischen Ex-Widersacher Markus Söder ist es genauso wenig wie der Umstand, dass die für den Alltag der Bürger wichtigste Entscheidung der letzten Jahre maßgeblich geleitet ist von den Einlassungen einer Handvoll Experten, deren Namen kaum ein Mensch je gehört hat.

Corona-Krise in Deutschland: Leopoldina schlägt Weg vor - für Angela Merkel ist er riskant

Welcher Weg also soll es nun sein, der das Land aus dem Stillstand herausführt? Ein heftiges Tauziehen ist programmiert. Die Kanzlerin steht auf Seiten derer, die für größtmögliche Vorsicht plädieren. Denn Corona entscheidet nicht nur über Leben. Sondern auch darüber, ob Merkel als glücklose Flüchtlingskanzlerin in die Geschichte eingeht – oder als die Frau, die die Viruskrise erfolgreich gemeistert hat. 

Georg Anastasiadis

Die Zahl der Virustoten ist am Ende ihre Bilanz. Doch hat ausgerechnet der Expertenrat namens „Leopoldina“, auf den Merkel besonders aufmerksam zu hören versprach, nun erheblich weitergehende Lockerungen vorgeschlagen – etwa die Öffnung der Schulen auch für kleine Kinder. Für die Kanzlerin ist das misslich. Denn der von der Leopoldina vorgeschlagene ist der für die Wirtschaft erträglichere Weg; für Merkel aber der riskantere. Ungeachtet dessen gibt es vom Innenminister eine Lobeshymne - und eine überraschende Einschätzung.

Coronavirus: 16 verschiedene Trampelpfad aus der Pandemie?

Am wahrscheinlichsten ist es, dass sich jedes Bundesland – je nach Betroffenheit (und politischer Ambition des Ministerpräsidenten) – seinen eigenen Trampelpfad aus dem Dickicht der Pandemie sucht. 

Für Bayern heißt das: Während Läden und Bau- und Gartenmärkte auf Lockerungen hoffen dürfen und für ältere Schüler, gerade in den Abschlussklassen, ab Mai der Unterricht wieder startet, werden Kitas und Grundschulen noch lange zu bleiben, ebenso Wirtshäuser. Alkoholkonsum und Corona-Bekämpfung vertragen sich nicht sehr gut. Was das für die Wiesn bedeutet, kann sich jeder an den Fingern einer Hand ausrechnen.

Ende April haben sich Bund und Länder beim nächsten Corona-Gipfel auf weitere Lockerungen geeinigt.

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