Angela Merkel im Bundestag
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Angela Merkel im Bundestag

Angela Merkels Leben in der DDR

Angela Merkel in der DDR: Die frühe Biografie der Kanzlerin

Nur wenige bringen Angela Merkel mit der SED in einen Zusammenhang. In der Vergangenheit war sie jedoch für die Jugendorganisation FDJ tätig.

  • Angela Merkel war bis in ihre Studienzeit hinein Mitglied der FDJ 
  • Sie war eine strebsame Schülerin 
  • Als FDJ-Sekretärin übernahm sie das Amt der Kulturreferentin

Schon in der Schulzeit aktiv

Templin - Angela Merkels (*17. Juli 1954) politische Geschichte beginnt für viele erst zwei Jahre nach dem Mauerfall mit der Ernennung zur Bundesministerin für Frauen und Jugend im Jahr 1991. Doch schon in ihrer Schulzeit und Studienzeit in der DDR war Angela Merkel im vorpolitischen Rahmen aktiv. Für die "Freie Deutsche Jugend" (FDJ) war sie als Kulturreferentin tätig. Zwar war sie kein Mitglied der SED, agierte als FDJ-Sekretärin aber stets linientreu. Ehemalige Weggefährten aus dem Studium werfen ihr vor, dass sie in der FDJ für die Abteilung "Agitation und Propaganda" zuständig gewesen sei. Dies konnte allerdings bislang nicht verifiziert werden.

FDJ-Mitglied für die Gemeinschaft

Angela Merkel zeigte in ihrer Schulzeit früh ihr Interesse an Mathematik und Physik. 1961 begann ihre schulische Laufbahn an der polytechnischen Oberschule in Templin. Ebenfalls in Templin legt sie ihr Abitur im Jahr 1973 an der erweiterten Oberschule mit der Note 1,0 ab. Zu dieser Zeit war sie bereits Mitglied der SED-nahen Jugendorganisation FDJ. Merkel selbst äußerte sich dazu, sie sei vorrangig aus Gemeinschaftsgründen Anfang der Siebzigerjahre der FDJ beigetreten. In der DDR war eine Mitgliedschaft nicht verpflichtend. Wer nicht Mitglied der FDJ war, musste aber mit Nachteilen und Ausschluss aus der Gemeinschaft rechnen. In diesem Kontext ist eine Mitgliedschaft keine explizit negative Eigenschaft, da bis zu 80 % der Jugendlichen und Studierenden der FDJ beitraten. Einträge der Stasi über Angela Merkel findet man erst aus ihrer Studienzeit und ihrer Arbeitstätigkeit bis zum Mauerfall.

Angela Merkels Rolle in der FDJ

Über die Tätigkeit und Bedeutung von Angela Merkel wurde in der Vergangenheit heftig diskutiert. Biografen wollen Beweise dafür gefunden haben, dass sie als Sekretärin für "Agitation und Propaganda" tätig gewesen sei. Diese Abteilung sollte die systematische Verbreitung des kommunistischen Gedankenguts vorantreiben. Angela Merkel betont, dass sie als Kulturreferentin nur für die Belange kultureller Veranstaltungen und Entwicklungen verantwortlich war. Die Jugendorganisation machte unter anderem durch "schöngeistige" Treffen, wie etwa Poesie-Clubs von sich reden. Die FDJ nahm in der DDR die Stellung einer unabhängigen, aber linientreuen Jugendorganisation ein. Sie begleitet die Jugendlichen in Schulzeit und Studium. Unter dem Einfluss der SED galt die Freie Deutsche Jugend auch als Kaderschmiede für den elitären Führungsnachwuchs. Die Stasi nutzte die Vereinigung, um Informationen für ihre Arbeit zu erlangen. Nach dem Mauerfall wurde die FDJ nicht aufgelöst. Sie hat seither ihren Sitz in Jena, ist aber in der politischen Welt bedeutungslos.

Studienzeit in Leipzig

Angela Merkel nahm nach ihrem Abitur das Studium der Physik an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig auf. Im Jahre 1978 verfasste sie ihre Diplomarbeit mit dem Titel "Der Einfluss der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien“. Diese Arbeit wurde mit "sehr gut" bewertet. Während ihres Studiums lernte sie ihren ersten Mann Ulrich Merkel kennen, den sie 1977 heiratete. Die Ehe wurde nach vier Jahren geschieden. In ihrer Studienzeit und der anschließenden Tätigkeit an der Akademie der Wissenschaft war Merkel weiterhin für ihre FDJ-Gruppe als Kulturreferentin zuständig. Für die Verhältnisse in der DDR konnte Angela Merkel eine außergewöhnliche Karriere erreichen, obwohl sie bis zum Mauerfall nicht Mitglied der SED wurde. Durch ihre Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft wurde sie jedoch zum Beobachtungsobjekt der Stasi.

Schulzeit und Studium im Überblick

1961-1969 polytechnische Oberschule Templin (Goethe-Schule) 

1969-1973 erweiterte Oberschule Templin, Abitur mit der Note 1,0 

1973-1978 Karl-Marx-Universität Leipzig, heute Universität Leipzig, Diplomarbeit "Der Einfluss der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien", Note "Sehr gut"

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