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Kanzlerin Angela Merkel empfing am Mittwoch Vormittag Bill Gates, Software-Milliardär und Vorstand einer Wohltätigkeits-Stiftung, im Kanzleramt.

Computertechnik war nicht das Thema

Kanzlerin Merkel empfängt Bill Gates

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch Microsoft-Gründer Bill Gates im Kanzleramt empfangen. Dabei ging es nicht etwa um das Thema Internet-Sicherheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch Morgenden Microsoft-Gründer Bill Gates mit seiner Ehefrau Melinda Gates im Kanzleramt begrüßt. Doch bei dem Besuch geht es nicht etwa um den Umgang mit Computertechnologie: Wie die Bundeskanzlerin auf ihrer Webseite mitteilte, war das Ziel des Treffens, "Möglichkeit für die Forcierung der entwicklungspolitischen Agenda in der G8 auszuloten". Deutschland übernimmt im Jahr 2014 erneut die Präsidentschaft der G8-Staaten und bemüht sich dabei offenkundig um finanzielle Hilfe: Die Eheleute Gates sind Gründer und Vorstände der "Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung", die sich gegen Armut und Krankheit engagiert. Die Kanzlerin bespreche mit Gates Fortschritte und Herausforderungen bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Aids, Malaria, Tuberkulose und Polio, so ein Regierungssprecher. Thema des Gesprächs sei auch die Entwicklungspolitik der G8-Staaten (die sieben größten Industriestaaten und Russland) gewesen.

Gates-Stiftung: Größte private Stiftung der Welt

Nach Ansicht von Microsoft-Gründer Bill Gates sind private Geber in der Entwicklungshilfe zunehmend gefragt. „Privat finanzierte Initiativen haben mehr Freiheiten, neue Dinge für alte Probleme auszuprobieren“, sagte Gates der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). Der Staat könne dies nicht tun, weil Regierungen „vorsichtig“ mit dem Geld der Steuerzahler umgehen müssten. Das sei auch ein Grund, warum die staatliche Entwicklungshilfe seit den 1970er-Jahren zurückgegangen sei. In den Ländern, die am dringendsten Hilfe benötigten, herrschten meist Willkürherrschaft und Korruption, erläuterte der US-Milliardär.

Gates ist mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar einer der reichsten Männer der Welt. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, mit der sich das Paar gegen Armut und Krankheiten engagiert, gilt als die größte private Stiftung der Welt. Thema des Gesprächs sei auch die Entwicklungspolitik der G8-Staaten (die sieben größten Industriestaaten und Russland) gewesen. Näheres wurde nicht mitgeteilt. Deutschland hat 2015 wieder die G8-Präsidentschaft. Dann laufen die Millennium-Entwicklungsziele aus und sollen durch ein neues Zielsystem ersetzt werden.

kna/afp

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