Bundeskanzlerin im TV

RTL-Moderatorin gibt nach Interview Einblick hinter die Kulissen: „Merkel ein bisschen verzweifelt“

Eine Viertelstunde lang beantwortete Kanzlerin Angela Merkel bei RTL Fragen zu ihrer Corona-Strategie. Moderatorin Frauke Ludowig erzählt von ihren erstaunlichen Eindrücken.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag bei RTL ein Interview gegeben.
  • Sie stellte sich den Fragen von RTL-Moderatorin Frauke Ludowig und RTL-Politikchef Nikolaus Blome.
  • Im Anschluss an das Gespräch berichtet Ludowig von ihrer ersten Begegnung mit der Regierungschefin.

Berlin - Die Kanzlerin geht in die Medien-Offensive. Ist sie sonst mit Interviews und Auftritten eher sparsam, flimmerte sie zuletzt gehäuft über die Bildschirme. Allein in dieser Woche sahen wir Angela Merkel drei Mal im Fernsehen. Am Montag erklärte sie die Ergebnisse des Impfgipels, am Dienstag war sie zu Gast in der ARD und am Donnerstag schließlich bei RTL. Dort stand sie Moderatorin Frauke Ludowig und Politik-Chef Nikolaus Blome zum Thema Corona Rede und Antwort.

Vor Interview mit Kanzlerin Merkel: Bei RTL herrschte Aufregung

Nach dem Gespräch mit der Regierungschefin nimmt uns Ludowig mit hinter die Kulissen und berichtet von der Erfahrung, Merkel zum ersten Mal zu treffen. „Es war ein aufregender Tag“, erklärt sie im Nachgespräch bei RTL. Bevor man die Kanzlerin interviewt habe, sei auch viel Unvorgesehenes geschehen. Angekündigt wurde Merkel schließlich von einem Anruf: „Und plötzlich kommt sie um die Ecke und dann ist sie da.“

Was dann folgte, war ein 15-minütiges Gespräch über Frisuren im Lockdown, Impfplanungen und die Sorge um Virus-Mutationen. Die Kanzlerin sieht „ein leichtes Licht am Ende des Tunnels, aber es ist eine unglaublich schwere Zeit.“ Auch mahnt sie wiederholt zur Vorsicht, man dürfe nicht vorschnell Lockerungen vornehmen. Ein Ende des Lockdowns will sie nicht ankündigen.  „Wir werden noch eine ganze Weile mit diesem Virus leben müssen“, so die Kanzlerin.

Frauke Ludowig nach Gespräch mit Merkel: Kanzlerin wirkt als Mensch „verzweifelt“

Doch was bleibt nach dem Gespräch mit der Kanzlerin für ein Gefühl bei den Moderatoren? Frauke Ludowig findet klare Worte: „Für mich bleibt, dass der Mensch Angela Merkel vielleicht auch manchmal ein bisschen verzweifelt ist. Und eben selber auch vielleicht nicht genau weiß, wie es denn jetzt weitergeht.“

Viele Bürger*innen hatten in letzter Zeit oft bemängelt, dass es an konkreten Aussagen fehle. Ein Eindruck, den die RTL-Moderatorin in gewisser Weise teilt: „Natürlich muss sie jetzt die große Politik machen und muss entscheiden, aber es sind eben viele Fragen, die sie sich wahrscheinlich auch nicht beantworten kann.“ Tatsächlich kitzeln die RTL-Moderatoren im Vergleich zum vorherigen ARD-Interview kaum wirklich neue Aussagen aus der Kanzlerin heraus. Hängen bleibt aber, dass die Kanzlerin auch persönlich besorgt ist. Nach eigener Aussage wache sie nacht oft auf und „denke über die Dinge nach“.

Erstes Treffen mit der Landesmutter: So erlebte es RTL-Star Frauke Ludowig

Für Ludowig ist es die erste Begegnung mit Angela Merkel: „Ich habe sie im Gegensatz zu Nikolaus noch nie live erlebt. Und war dann doch erstaunt, als sie mir entgegen kam, dass sie einfach so aussieht, wie sie immer aussieht im Fernsehen.“ Doch so vollkommen fremd schien ihr die Kanzlerin nicht: „Ich sehe sie jeden Abend in meinem Wohnzimmer, und irgendwie war es so, als würde man eine gute alte Bekannte begrüßen.“ (mam)

Rubriklistenbild: © Sandra Steins/Bundespresseamt/dpa

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