Kanzlerin in Auschwitz

Angela Merkel besucht Ort des Grauens: „Empfinde tiefe Scham“ 

Erstmals besucht Angela Merkel das ehemalige deutsche Konzentrationslager in Auschwitz. Vor ihr waren die Kanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl dort. Das sagt ein Überlebender zum Besuch der Kanzlerin.

  • Angela Merkel besucht am Freitag das ehemalige deutsche Konzentrationslager Auschwitz. 
  • Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Stiftung Auschwitz-Birkenau. 
  • Angela Merkels Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen Vernichtungslagers wird mit dem Kniefall des ehemaligen Kanzlers Willy Brandt (SPD) in Warschau 1970 verglichen. 

Update 14.53 Uhr:

Die Auschwitz-Gedenkstätten sollten nach den Worten von

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

als „immerwährende Mahnung“ erhalten werden.

Auschwitz

stehe für den „millionenfachen Mord, den Deutsche an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie unzähligen Menschen aus ganz Europa begangen haben“, schrieb Merkel am Freitag bei ihrem Besuch des früheren NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ins Goldene Buch des dortigen Museums. Unter den Ermordeten seien „besonders viele Opfer aus Polen“ gewesen.

Unsere Verantwortung ist und bleibt es, diesen Ort der Nachwelt zu erhalten“, fuhr Merkel in ihrem Eintrag fort. Dies müsse geschehen „zum trauernden Gedenken an die Millionen Einzelschicksale und als immerwährende Mahnung, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen“.

Merkel besuchte am Freitag erstmals das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager und gedachte dort der Opfer. An der Seite des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki durchschritt sie am Vormittag das Eingangstor zu dem früheren KZ mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei".

Angela Merkel besucht Ort des Grauens: „Empfinde tiefe Scham“ 

Update 13.41 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich tief betroffen angesichts der von den Nationalsozialisten im deutschen Konzentrationslager Auschwitz begangenen Gräuel geäußert. Sie „empfinde tiefe Scham“, sagte Merkel am Freitag bei ihrem ersten Besuch im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz in Anwesenheit des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki.

Angesichts der Verbrechen, die die Grenzen alles Fassbaren überschritten, müsse man vor Entsetzen eigentlich verstummen, sagte Merkel. Dennoch dürfe das Schweigen nicht die einzige Antwort sein. Deutschland sei verpflichtet, die Erinnerung an die damaligen Verbrechen wach zu halten.

Angela Merkel zu Besuch in Auschwitz-Birkenau

Die Kanzlerin betonte, es sei wichtig, deutlich zu benennen, dass damals Deutsche die Täter gewesen seien. Dies sei man auch den Opfern schuldig. Die Verantwortung für die damaligen Taten gehörten untrennbar zu Deutschland, sie seien fester Teil der nationalen Identität.

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen starben dort mehr als eine Million Menschen, zumeist Juden.

Bundeskanzlerin Merkel besucht KZ Auschwitz

Merkel zu Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau - Holocaust-Überlebender spricht von „wichtiger Geste“

Erstmeldung vom 6. Dezember: Oswiecim - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Freitag erstmals das ehemalige deutsche Konzentrationslager Auschwitz. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Stiftung Auschwitz-Birkenau, die sich für den Erhalt der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Lagers einsetzt. Angesichts der historischen deutschen Verantwortung stellen Bund und Länder für die Erhaltung der Gedenkstätte zusätzlich insgesamt 60 Millionen Euro zum Kapitalstock der Stiftung zur Verfügung.

Auschwitz: Kanzlerin besucht das ehemalige deutsche Vernichtungslager in Polen

Die Kanzlerin will im früheren Stammlager Auschwitz an der sogenannten Schwarzen Wand eine Gedenkminute abhalten. Dort wurden Tausende Häftlinge erschossen. Anschließend wird Merkel das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Dort will sie in Anwesenheit des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki und weiterer geladener Gäste eine Rede halten. Danach ist ein Gang durch das NS-Vernichtungslager geplant.

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen starben dort mehr als eine Million Menschen, zumeist Juden.

Der polnische Auschwitz-Überlebende Marian Turski wertete den Besuch der Kanzlerin als wichtige Geste. Allein die Tatsache, dass Merkel dorthin fahre, habe für ihn Bedeutung, sagte er. „Manchmal reicht eine Geste. Wie bei Brandt, dessen Kniefall wichtiger ist als alle Reden.“ Auch Polens Oberrabiner Michael Schudrich sieht in dem Besuch ein wichtiges Zeichen.

Merkel in  Auschwitz: Gedenken zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung Auschwitz-Birkenau

Der 93-jährige Turski wurde 1944 nach Auschwitz deportiert. Der Journalist ist Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden in Warschau. „Angela Merkel hat sich schon oft mit großem Mut zur deutschen Vergangenheit geäußert“, sagte Turski. Für ihn sei es daher weniger entscheidend, was die Kanzlerin in Auschwitz genau sagen werde. Allerdings könnten viele Polen Erwartungen an eine solche Rede haben. Turski verwies auf die Reden, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Weltkriegsgedenkfeier am 1. September in Wielun und Warschau gehalten hatte. Steinmeier hatte Polen um Vergebung für die historische Schuld gebeten.

Oberrabbiner Schudrich sagte, er sei bewegt, dass Merkel nun nach Auschwitz komme. Merkel habe viel getan, um Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Hass zu bekämpfen.

Erst kürzlich ist es zu einem Skandal bei Amazon gekommen. Auf der Onlineplattform hatte ein Anbieter Christbaumschmuck mit Auschwitz-Motiven angeboten.  

Angela Merkel hat kürzlich bei einer Rede innegehalten und ihr Publikum rabiat zu Applaus aufgerufen. Insgesamt steht die Merkel-Regierung derzeit massiv unter Druck - an der neuen SPD-Spitze könnte die große Koalition zerbrechen

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Robert Michael

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