Corona-Gipfel

Angela Merkel nimmt sich Kritiker der Impfstoff-Beschaffung zur Brust: „Wenn ich mal auspacke ....“

  • Julia Hanigk
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Nach der Kritik an der Beschaffung der Impfdosen wird es am 6. Januar eine weitere Konferenz geben. Beim Corona-Gipfel soll Kanzlerin Angela Merkel klare Worte gefunden haben.

  • Zuletzt wurde die Kritik um einen zu langsam verlaufenden Impfstart in Deutschland immer lauter.
  • In einem Treffen am 6. Januar wird über ein weiteres Vorgehen beraten.
  • Angela Merkel äußerte sich laut Bild bereits mit harten Worten.

Berlin - Der erste Corona-Gipfel von Bund und Ländern im neuen Jahr startete mit einer zweistündigen Verspätung. Grund waren „vorbereitende Gespräche“, wie ein Regierungssprecher im Vorfeld verkündete. Thema dabei mit Sicherheit der später auch offiziell verkündete verlängerte Lockdown und dessen weitere Verschärfung. Aber auch: der sehr schleppende Start der Impfungen in Deutschland.

Corona-Impfungen: 100 Millionen weitere Dosen für Deutschland?

Die Kritik an dessen Beschaffung wurde in letzter Zeit immer lauter, die Lage in Berlin angespannter. Das Magazin Der Spiegel will bereits erfahren haben, dass mit dem Hersteller Biontech* über eine Verdoppelung der ausgelieferten Impfdosen verhandelt wird. Käme dieser Vertrag zustande, könnten die Lieferengpässe in Deutschland durch zusätzlich 100 Millionen Impfdosen plus die Option auf 200 Millionen weitere beendet werden. Eine Auslieferung wäre allerdings erst in der zweiten Hälfte des Jahres möglich.

In einem dazu einberufenen Treffen am Mittwoch, den 6. Januar, soll es zu einem Austausch über die Frage „ob und wie die zusätzliche Produktion von Impfstoffen* in Deutschland koordiniert unterstützt werden kann“ kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte an, am Mittwochnachmittag weitere Informationen bekannt zu geben.

Kanzlerin Angela Merkel wettert auf Corona-Gipfel über harte Impf-Kritik der SPD

Laut der Zeitung Bild sollen nun bereits Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel* aus den Bundeskanzleramt durchgedrungen sein, die sie während des Corona-Gipfels am Dienstag getätigt habe. Die Worte der Kanzlerin waren demnach: „Wenn ich mal auspacke, was hier in dieser Runde für Fehler gelaufen sind, wenn ich das mal öffentlich machen würde…“ Adressaten der Drohung sollen vor allem Ministerpräsidenten der SPD-geführten Bundesländer gewesen sein.

Denn gerade die SPD äußerte harsche Kritik an der schleppenden Beschaffung der Impfstoffdosen in Deutschland und der gesamten EU. Merkel soll am Dienstag hinter verschlossenen Türen auch noch hinzugefügt haben: „Wollen wir einen Untersuchungsausschuss über das Verhalten der EU-Kommission?“

Zudem äußerte sie den Wunsch, dass sich die Runde kritisch hinterfrage, da auch dort Fehler gemacht worden seien. Die klaren Worte der Kanzlerin: „Ich finde uns schon sehr selbstbewusst, wie wir über andere richten.“ Merkel stellt sich damit auch vor ihren Gesundheitsminister, der in letzter Zeit viel Kritik aushalten musste - auch vom Koalitionspartner. (jh) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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