Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild)

Video-Botschaft zum Weltumwelttag

Merkel fordert „weitergehende Impulse für konkrete Maßnahmen“ - bleibt selbst bei Beispielen aber eher vage

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Kanzlerin Merkel dringt auf mehr Klimaschutz. In ihrem Video-Podcast spricht sie zum Weltumwelttag über internationale Anstrengungen. Es brauche „weitgehende Impulse“.

Berlin - Der Klimaschutz ist ein großes Wahlkampfthema zur Bundestagswahl. Zur Wahl selbst tritt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht mehr an. Doch unter anderem wegen eines Urteils das Bundesverfassungsgericht zum Klimaschutzgesetz ist das Thema auch in der Bundesregierung aufgeladen.

Am internationalen Tag der Umwelt (5. Juni) widmet sich Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast ebenfalls dem Klimaschutz. „Jetzt und die nächsten Jahre kommt es darauf an, entschlossen zu handeln“, sagt Merkel. An diesem Tag müsse man sich klarmachen, „wie bedroht unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind und wie wichtig der tagtägliche Einsatz ist, um sie zu schützen“. Vor allem auf dem Gebiet des Artensterbens hält die Kanzlerin die Lage für „dramatisch“: „Bis zu einer Million Arten sind vom Aussterben bedroht.“ Ihre Forderung: „Wir müssen diese Entwicklung dringend stoppen.“

Kanzlerin Merkel bezeichnet Kampf gegen Plastikmüll als „weltweit eines der wichtigsten Umweltthemen“

Die UN-Biodiversitätskonferenz im Oktober in China „kann dafür ein Meilenstein sein“, befindet Merkel. In Europa habe sich Deutschland während der Ratspräsidentschaft „erfolgreich für konkrete Maßnahmen eingesetzt“: Merkel nennt als Beispiele, die Biolandwirtschaft weiter stärken, mehr Naturräume schaffen und bis 2030 drei Milliarden Bäume pflanzen zu wollen. So richtig konkret wird sie jedoch nicht. In Deutschland sei über das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ seit 2011 rund 120 Millionen Euro in mehr als 120 Projekte geflossen.

Die Kanzlerin spricht auch das Motto des Umwelttages in diesem Jahr an: „Nein zu Wegwerfplastik - ja zu Mehrweg“. Den Kampf gegen Plastikmüll bezeichnet Merkel als „weltweit eines der wichtigsten Umweltthemen“. In der EU dürfen viele Wegwerfprodukte wie Trinkhalme oder Wattestäbchen ab Juli nicht mehr produziert werden. Ab 2022 dürfen auch leichte Plastiktüten nicht mehr in Umlauf gebracht werden. Merkel ist optimistisch: „Wir werden feststellen: Der Verzicht wird leicht fallen und unsere Umwelt sehr entlasten.“

Merkel zum Klimaschutz: „Unbedingt weitergehende Impulse für konkrete Maßnahmen erbringen“

Für den Klimaschutz müssten national und international größte Anstrengungen unternommen werden. Die CDU-Politikerin blickt auf die Zeit nach ihrer Kanzlerschaft: Die Staaten müssten Ende des Jahres bei der Klimakonferenz in Glasgow „unbedingt weitergehende Impulse für konkrete Maßnahmen erbringen“. Das deutsche Umfeld sieht Merkel als Vorbild: „In Europa sind wir schon recht weit.“ Bis 2050 soll Klimaneutralität erreicht werden. In Deutschland bereits 2045. Und in Deutschland soll bis 2030 der Treibhausgasausstoß im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent verringert werden. „Diese Ziele sind ambitioniert, aber wir können sie erreichen.“

Denn geeignete Instrumente gebe es schon, auch wenn Merkel erneut recht unkonkret bleibt. Sie zählt einen „effektiven“ CO2-Preis auf, den Ausstieg aus der Kohleverstromung, den verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien und den Umstieg auf E-Mobilität. Offenbar plant die Bundesregierung auch eine Solardachpflicht für Neubauten demnächst. (cibo)

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