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Klima-Kanzlerin Merkel? Luisa Neubauer macht ihr drei deftige Vorwürfe und hofft auf Söder-Überraschung

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Von: Franziska Schwarz

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Friday-for-Future-Aktivstin Luisa Neubauer aufgenommen 2019 nach einem dpa-Interview in Berlin.
Friday-for-Future-Aktivstin Luisa Neubauer (Archivbild) betont den Zusammenhang von Pandemien und Klimaschutz. © Michael Kappeler/dpa

Wegen Corona sind die Belange von „Fridays for Future“ in den Hintergrund gerückt - verschwunden sind sie keineswegs. Dabei haben sie direkt mit der Pandemie zu tun, so Luisa Neubauer.

Berlin - Wie beurteilen die Fridays-for-Future-Aktivisten die aktuelle Klimapolitik? Luisa Neubauer hat jetzt im Gespräch mit der Nachrichten-Site Watson ihre persönliche Einschätzung abgegeben - von Laschet über Söder bis hin zu Merkel. Die 24-Jährige ist deutsches Aushängeschild der ursprünglich aus Schweden kommenden Bewegung und Grünen-Mitglied - will aber nicht für den Bundestag kandidieren, sondern weiter auf den Straßenprotest setzen.

Man glaube in Deutschland oft, „dass man sich freimachen kann von den Folgen des Klimawandels“, konstatiert sie in dem Interview zu dem Umstand, dass es laut des Vereins Germanwatch weiter zu den Top-20-Ländern gehört, die am stärksten von ihm betroffen seien. Dem Index zufolge sind hierzulande zwischen 2000 und 2019 10.700 Menschen durch Wetterextreme ums Leben gekommen - „das ist nicht zumutbar, das ist politisch nicht zu rechtfertigen“, so Neubauer.

Luisa Neubauer und Greta Thunberg im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Internationalen Konferenzsaal des Kanzleramts.
Luisa Neubauer und Greta Thunberg sprachen im August 2020 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über Klimapolitik © picture alliance/dpa/Bundesregierung/Steffen Kugler

Greta-Thunberg-Mitstreiterin Luisa Neubauer zu Merkel & Co.: „Armin Laschet könnte großen Shift schaffen“

Hoffnungsfroh dagegen Neubauers Blick in die USA. Der Klimaschutzplan von US-Präsident Joe Biden sei gut, denn er stehe nun „unter ziemlichem Druck, den Klimaschutzaktivisten gerecht zu werden“. Auch an den neuen CDU-Vorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet scheint sie zu glauben: „Er könnte da einen großen Shift schaffen, wenn er es schafft, einen christdemokratischen Klimaschutzplan zu entwickeln, der nicht mit dem Pariser Abkommen bricht.“

Der Shift von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) allerdings macht sie skeptisch. Söder als Klima-Kanzler? „Auch die innigste Umarmung einer Buche kehrt die ökologische Zerstörung nicht um, die auch die CSU gerade mitträgt“, spottet sie und verweist darauf, wie seine Partei mit „absurden Abstandsregeln für Windräder“ den Erneuerbare-Energien-Ausbau bremse und die Flächenversiegelung in „fast räuberischem Ausmaß“ vorantreibe. „Aber vielleicht überrascht uns Herr Söder.“

Luisa Neubauer: „Angela Merkel heute noch als Klimakanzlerin zu bezeichnen, fände ich zynisch“

Und auf eine weitere Zuschreibung will sie sich erst recht nicht einlassen: „Angela Merkel heute noch als Klimakanzlerin zu bezeichnen, fände ich zynisch“, so Neubauer zu Watson. Ihre Kritikpunkte:

Neubauers Appell für 2021: Den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach Corona klimagerecht betreiben - gegenüber Merkur.de hatte Fridays For Future schon vor dem Jahreswechsel herbe Kritik an Merkels Klimapolitik geübt. „Es gibt ja einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Pandemien und der Tatsache, dass der Mensch den Lebensraum vieler Wildtiere immer weiter zerstört. Dieser Zusammenhang wird aber immer noch negiert“, ist sie sich sicher. (frs)

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