Amtsenthebungs-Verfahren: Demokraten stellen Anklage gegen Donald Trump vor

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Ziemlich beste Freunde? Angela Merkel und Emmanuel Macron (r.)

Nach Bericht der „New York Times“

Merkel wütet angeblich gegen Macron - Seibert: „In der Erinnerung der Bundeskanzlerin ...“

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Angela Merkel soll laut „New York Times“ ihren Amtskollegen Emmanuel Macron wegen einer Aussage gerügt haben. Regierungssprecher Steffen Seibert präsentiert aber eine völlig andere Version.

  • Emmanuel Macron kritisierte die NATO in einem öffentlichen Interview.
  • Angela Merkel rügt daraufhin Macron laut „New York Times“ bei einer Veranstaltung.
  • Regierungssprecher Steffen Seibert widerspricht dem Pressebericht

Update 25. November, 14.50 Uhr: Die Bundesregierung hat einen Bericht über eine wütende Äußerung von Kanzlerin Angela Merkel gegenüber Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wegen dessen Nato-Kritik zurückgewiesen. Man berichte grundsätzlich nicht aus vertraulichen Gesprächen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf die Frage, ob er entsprechende Informationen der „New York Times“ bestätigen könne. Seibert ergänzte aber: „In der Erinnerung der Bundeskanzlerin an diesen Abend gab es weder Klage, noch Wut, noch Streit.“

Seibert sagte über die Erinnerung Merkels ab den damaligen Abend mit Macron: „Was es gab, war eine wunderbare Runde, in der es im Wesentlichen um die Ereignisse und die Entscheidungen von vor 30 Jahren hin zur Deutschen Einheit ging.“ Daneben sei es auch um die oft unterschiedlichen politischen Herangehensweisen Deutschlands und Frankreichs an Themen und Herausforderungen gegangen. „Und um die Tatsache, dass wir stets gemeinsame Lösungen suchen und finden.“ Dies sei „Inhalt und Geist dieses Abendessens“ gewesen.

Merkel wütet angeblich gegen Macron: „Ich bin es leid!“

Eigentlich kennen wir Angela  Merkel als einen ruhigen und besonnen Menschen, die sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lässt. Weder ein Trump, oder Putin noch ein ehemaliger italienischer Ministerpräsident Berlusconi, entlockten der Bundeskanzlerin bisher ein öffentliche Unmutsbekundung. 

Doch der französische Präsident Macron schaffte es nun, sich eine Rüge der deutschen Kanzlerin einzufangen, wie die New York Times berichtet. 

Merkel und Macron führen häufige Gespräche - so auch beim Jubiläum zum Mauerfall.

Angela Merkel wütend auf Macron

Bei einer Feier zum 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer kritisierte Angela Merkel Emmanuel Macron wegen eines Interviews, dass er dem „Economist“ gegeben hatte. In diesem sprach er über den „Hirntod“ der NATO und stellte die Frage, ob das Verteidigungsbündnis so überhaupt noch funktioniere. 

Merkel und auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg waren von Macrons Aussage jedoch alles andere als begeistert und wiesen die Äußerungen als überzogen zurück. Vor allem Merkel fand klare Worte für den französischen Präsidenten, die sehr ungewöhnlich für die Kanzlerin sind. 

Merkel kritisiert Macron scharf: „Ich bin es leid“

„Ich verstehe Ihr Bedürfnis nach disruptiver Politik“, soll Merkel wütend dem französischen Präsidenten gesagt habe. „Aber ich bin es leid, die Scherben aufzukehren. Immer wieder muss ich die Tassen zusammenkleben, die Sie zerbrochen haben, nur damit wir uns hinsetzen und eine Tasse Tee trinken können,“ so Merkel weiter. Es war offenbar nicht die erste Aussage von Macron, die Merkel sauer aufstieß. 

Macron sorgt regelmäßig in der EU mit seinen Äußerungen für Unruhe. So war er mit der Verschiebung des Brexits nicht einverstanden und legte auch ein Veto ein, als es um Verhandlungen zum EU-Beitritt von Nordmazedonien ging - und das obwohl, das Land sich an alle Reformangaben der EU hielt.

Macron ging jedoch sofort auf Verteidigungsmodus. Er könne nach allem was vorgefallen ist, nicht einfach zu einem Nato-Meeting in London Anfang Dezember gehen und so tun, als ob nichts passiert sei. Damit bezog er sich auf die Alleingänge in Syrien von USA und Türkei

Deswegen krachte es bei Merkel und Macron

Die deutsche Expertin für Sicherheitspolitik Dr. Claudia Major von der Stiftung Wissenschaft und Politik, gab der New York Times folgende Einschätzung: „Ich habe die Deutsch-Französischen-Beziehungen schon lange nicht so auf einem Tiefpunkt gesehen. Solch eine Verbitterung und Missverständnis, habe ich bisher kaum gesehen.“ 

Die beiden Regierungsstile würden aktuell einfach aufeinanderprallen, da sie so gegensätzlich sind. Merkel stehe für einen langsamen Pragmatismus und Föderalismus. Macron hingegen will lang anhaltende Dinge planen, ist ungeduldig und unzufrieden mit der Stagnation und der großen Koalition in Deutschland, bei der sich wenig bewegt. Die aktuelle Zusammenarbeit stehe also unter keinem guten Stern. 

Auch die Wahlen in Großbritannien am 12. Oktober, wird die EU vor weitere große Herausforderungen stellen. Boris Johnson steht für seine Wahlkampfversprechen schon Wochen vor dem Wahltag in der Kritik.

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